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Schmuck von Kat Menschik : Die blaue Olga kam wie im Schlaf

  • -Aktualisiert am

„Die blaue Olga“: Schmuckanhänger mit Motiven der Illustratorin Kat Menschik Bild: Kat Menschik

Schmuckstücke in Talisman-Optik: Monatelang tüftelte die Illustratorin Kat Menschik mit ihren Entwürfen, nun gehen die handgearbeiteten Amulette endlich in den Verkauf – und jedes Stück ist ein Unikat.

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          Die Idee für eine eigene Schmucklinie kam der Illustratorin Kat Menschik nachts, während einer Gartenparty. „Ich habe mich irgendwann von meiner eigenen Feier geschlichen. Und während ich im Halbschlaf noch meine Gäste reden hörte, kam mir die Idee, meinen Zeichnungen ein neues Leben zu schenken.“

          Der nächtlichen Eingebung folgte ein intensiver Entwicklungsprozess, bis schließlich Schmuckstücke in Talisman-Optik entstanden waren. Am Anfang habe sie Porzellan wie Plätzchenteig ausgerollt, Motive einzeln ausgeschnitten und Ausstechförmchen gebastelt, erinnert sich die Einundfünfzigjährige, die sich auch gern als Handwerkerin betätigt.

          In ihrem Haus in Brandenburg, wo sie sich ein kleines Idyll mit Teich und Werkstatt geschaffen hat, tüftelte sie monatelang herum, bis sich ihre Entwürfe mit einer Siebdrucktechnik verwirklichen ließen. In jedem Exemplar stecken daher viel Phantasie und genauso viel Arbeit – die am Ende natürlich niemand sehen soll, denn wer möchte sich schon mit einem Schmuckstück präsentieren, das nach Anstrengung aussieht? Feine Unterschiede ergeben sich durch die Handarbeit hingegen gewollt. Jedes dieser kleinen Kunststücke ist also ein Unikat.

          Kat Menschik, hier im Selbstportät, hat für ihre Schmucklinie „Die blaue Olga“ auch Motive aus anderen Zusammenhängen verwendet. So war das Frauengesicht mit den Zahlen die Titel-Illustration zu dem Buch „Birthday Girl“ von Haruki Murakami.

          Die Stücke sind limitiert

          Was neben dem handwerklichen Prozess die größte Herausforderung war? „Abzugeben! Ich bin ja selbständig und deshalb berufsbedingt Autistin“, sagt die Zeichnerin, die seit fast zwei Jahrzehnten für das Feuilleton unserer Sonntagszeitung arbeitet, viele Bücher illustriert und für eine Titelgeschichte dieses Magazins schon Rezepte gezeichnet hat. „Mir wurde bewusst: Wenn ich ein Label gründe, brauche ich eine Website und dafür also einen Designer. Und wenn ich eine Website brauche, brauche ich auch einen Fotografen. Ich musste lernen, Aufgaben aus der Hand zu geben.“

          Sie hat es geschafft. In diesen Tagen gehen die Amulette in den Verkauf, zehn verschiedene Motive, jedes limitiert auf 25 Exemplare, jedes aus Porzellan, in Fassungen aus 925er Feinsilber, zum Einstiegspreis von 798 Euro pro Stück – das ist teuer, aber bei all der Handarbeit eben auch nicht. Zum Namen ihrer Schmucklinie – Die blaue Olga – kam Kat Menschik, die in Luckenwalde geboren wurde und in Ost-Berlin aufwuchs, übrigens durch die Liebe zu Russland. Auch ihre Tochter Sascha und ihre Katzen Juri und Annuschka tragen Namen aus dem ehemaligen Zarenreich. Eine weitere Tochter hätte den Namen Olga bekommen. Man kann also durchaus behaupten, dass ihr Herzensprojekt für sie fast so etwas ist wie ein zweites Kind.

          Ihre Entwürfe sind für all jene geschaffen, die sich zwar gerne mit Schmuck behängen, dabei allerdings weder filigrane Kettchen noch sperrige Klunker tragen möchten. Schließlich leben wir in Zeiten, in denen Schmuck nicht mehr zwangsläufig glitzern muss. Für ein paar Gramm Dekadenz will man nicht unbedingt Tausende Euro ausgeben, da sich ein Schmuckstück mit einer echten Geschichte doch ohnehin ganz anders tragen lässt als eines aus der Massenproduktion.

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