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Diamant-Schmuck neu gedacht : Keine schweren Klunker

Der Diamanten bei Sotherby’s mit 3,03 Karat, wird auf einen Wert von 3.700.000 bis 4.700.000 Millionen Dollar geschätzt – die deutlich günstigere Variante bietet Ina Beissner an. Bild: dpa

Diamanten werden immer beliebter. Nicht mehr nur für die große Show, auch im Alltag. Denn womöglich sind sie der materielle Beweis dafür, dass auch das eigene Leben strahlt.

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          Die eine erkannte früh, dass das, womit ihr Vater seit Jahrzehnten gehandelt hatte, auch wieder für eine junge Klientel interessant sein könnte. Die andere war schon im Berufsleben angekommen, wollte aber nach einer Schwangerschaft die eigene Arbeitsweise anpassen. Bei beiden, Valérie Messika und Ina Beissner, stand am Anfang eine persönliche Geschichte.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Beide beobachteten auch am eigenen Beispiel, warum es sich lohnen könnte, künftig über Diamanten neu nachzudenken. Bei Valérie Messika, die mit dem Diamantenhandel aufgewachsen war, war das vor 14 Jahren so. Bei Ina Beissner, die zuvor schon fünf Jahre als Schmuckdesignerin tätig gewesen war, vor vier Jahren. Sie fasste damals den Plan, künftig weniger Stücke anzubieten, dafür aber wertvollere. Also keinen Modeschmuck mehr, den sie bis dahin entworfen hatte – sondern Diamanten.

          Und die sind mittlerweile für sie ein Alltagsgeschäft. „85 Prozent unserer Stücke sind heute mit Diamanten besetzt“, sagt Ina Beissner, deren Label in Berlin sitzt. Nur wenige Frauen kaufen bei ihr noch Schmuck ausschließlich aus Gold. Auch Messika, die das Unternehmen ihres Namens in Paris mit ihrem Mann führt, besetzt ihren Schmuck großzügig mit Diamanten. Bei beiden ergeben sich daraus trotzdem keine schweren Klunker, sondern Stücke, die im Alltag einsetzbar sind. „Tragbarer, erschwinglicher, cooler“, sagt Valérie Messika. Stücke, die auch mal mit ganz kleinen Steinen besetzt sind, sagt Ina Beissner. „Das geht schon bei 0,01 Karat los.“

          Und plötzlich war der Diamant-Ring unmodern

          Heute hat sich herausgestellt, dass Messika und Beissner den richtigen Instinkt hatten. So selbstverständlich wie die beiden gehen immer mehr Frauen an Diamanten heran, zum Beispiel Beyoncé. Nachdem die Sängerin 2014 begonnen hatte, Stücke von Messika auch im Alltag zu tragen, bekam das Unternehmen plötzlich andere Anfragen. „Viele Stylisten wollten die Diamanten nicht mehr nur für große Roter-Teppich-Auftritte, nicht mehr ausschließlich für Cannes oder die Oscars, sondern auch für zwischendurch.“

          Diamanten bleiben, wie Kim-Eva Wempe, Geschäftsführerin des gleichnamigen Juweliers, es beschreibt, „das Wertesymbol dieser Branche“. Und im Moment sehen das immer mehr Menschen so, Frauen und Männer. Ein Grund für die aktuelle Beliebtheit von Diamanten ist der Verlobungsring. Vor der Eheschließung gehört er heute häufig dazu. Auch in Zeiten weiblicher Selbstermächtigung ist es oft so, dass er ihn kauft und sie ihn überreicht bekommt.

          Collier und Brosche von Bulgari, Ring von Statement Bilderstrecke

          Die Marketingmaßnahmen des Diamantenunternehmens De Beers in Folge der Wirtschaftskrise 1929 sollten nachhaltig Wirkung zeigen. Für Diamanten hatte damals selbst die wohlhabende Klientel kein Geld mehr übrig, Verlobungsringe tat man als unmodern ab. Bis De Beers dann mit dem Spruch kam: „A Diamond Is Forever.“ Bedeutete: Ein Diamant hält seinen Wert. Ein Diamant steht aber auch für zwischenmenschliche Ewigkeit.

          Der Einstieg in die Welt der Diamanten

          Kein Wunder, dass das Geschäft seit dem Ende der Finanzkrise vor zehn Jahren blüht. „Diese Bilder haben sich im Bewusstsein festgesetzt“, sagt der Schmuckdesigner Thomas Jirgens aus München im Hinblick auf die Kampagnen, die mit dem Ring auch die große Liebe versprechen. „Irgendwann sitzt es, und jeder braucht sein erstes Stück.“ Auch Jirgens sieht mit seiner eigenen Schmuckmarke die Verlobung als einen schönen Anlass.

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