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Designerin Bodil Kjær : Nach 40 Jahren zurück im Rampenlicht

Einst eine zufriedene Rentnerin: Dann wurden die früheren Entwürfe von Bodil Kjær wiederentdeckt und neu aufgelegt. Bild: Hans Christian Jacobsen

Ihr Schreibtisch erlangte fast so große Berühmtheit wie der James Bond-Film, in dem er vorkam. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert, taucht der Tisch zusammen mit seiner Erfinderin wieder in der Designwelt auf.

          Gleich drei Mal hat es Bodil Kjær in einen James-Bond-Film geschafft. Wie das für sie war? „Ich war geschockt, als ich meinen Schreibtisch sah“, sagt sie. Die dänische Designerin war gerade 30, ihr Entwurf erst drei Jahre alt, als er für „Liebesgrüße aus Moskau“, den zweiten Film der Agentenserie, ausgewählt wurde, und zwar für eine Szene, die in die Filmgeschichte einging. Am Tisch sitzt der einzige Bösewicht, mit dem es James Bond gleich mehrfach zu tun bekam, Ernst Stavro Blofeld, unschwer zu erkennen an der weißen Katze auf seinem Schoß, die er unentwegt streichelt. Vor ihm stehen Rosa Klebb, gespielt von Lotte Lenya, und Tov Kronsteen. Wenig später sind die beiden Handlanger Blofelds tot. Der Erzfeind des britischen Geheimagenten taucht hingegen schon bald wieder auf, wie der Schreibtisch von Bodil Kjær: in „Man lebt nur zweimal“ (1967) und auch noch in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969). Da war der erste 007, Sean Connery, schon durch George Lazenby ersetzt worden.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ein halbes Jahrhundert ist seither vergangen, und schon vor 40 Jahren wurde die Produktion des „James-Bond-Schreibtischs“ eingestellt. Hin und wieder nur taucht einer von ihnen auf, meist bei Christie's, Sotheby's, Quittenbaum oder einem anderen Auktionshaus. Je nach Material und Alter zahlen Liebhaber bis zu 50.000 Euro für den Tisch, auch wenn es sich nachweislich nicht um eine der Filmrequisiten handelt.

          James Bond lässt grüßen: Den 007-Schreibtisch bietet Karakter Copenhagen mit roten Beinen an.

          Bodil Kjær hatte sich ebenfalls längst aufs Altenteil zurückgezogen. Plötzlich aber ist die Dänin wieder da. Während der Mailänder Möbelmesse feierte die Sechsundachtzigjährige ein vielbeachtetes Comeback – mit ihrem Schreibtisch und 24 weiteren Entwürfen, jeweils mindestens 55 Jahre alt.

          Vom Gartenstuhl zurück in die Designwelt

          „Ich war eine zufriedene Rentnerin“, sagt Bodil Kjær. „Ich dachte, ich sitze den Rest meines Lebens faul im Garten herum. Und jetzt schauen Sie mich an: Seit zwei Jahren schufte ich wie ein Packesel.“ Die alte Dame lacht. Eigentlich genießt sie den Rummel um ihre Person, schließlich ist sie nicht ganz unschuldig daran. Auch wenn sie sich als Packesel bezeichnet, lässt sich Bodil Kjær viel mehr als Zugpferd einspannen, das helfen soll, ihre von sieben verschiedenen Herstellern neu aufgelegten Produkte zu vermarkten.

          Bis vor zwei Jahren lebte die zufriedene Rentnerin zurückgezogen in Århus – mit anderen Senioren in einem ehemaligen Dominikanerkloster aus dem 13. Jahrhundert. Nur 68 Quadratmeter groß ist ihr Apartment dort. „Ich musste mich von vielen Sachen trennen.“ Einen Teil habe sie an Museen und Bibliotheken gegeben, darunter Skizzen und Zeichnungen ihrer frühen Entwürfe.

          Eines Tages habe sie dann gedacht: Vielleicht wäre es an der Zeit, ein Testament aufsetzen zu lassen. Sie ging zum Anwalt und sah sich plötzlich mit der Frage konfrontiert, was mit den Rechten an ihren Entwürfen aus längst vergangenen Zeiten geschehen soll. Darüber hatte sie sich vorher keine Gedanken gemacht.

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