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Hotelier Rocco Forte : Sir Service

Sir Rocco Forte und seine Hotels … Bilderstrecke

Rocco Fortes Welt ist nicht vom Himmel gefallen. Geboren wurde er 1945 im britischen Bournemouth. Seine Erziehung war im Wortsinn ein up-bringing, konnte er doch als Kind und junger Mann miterleben, wie sein Vater Charles in Großbritannien ein Imperium aus Restaurants und Hotels aufbaute. Angefangen hatte das 1934 gegründete Unternehmen Forte Plc. mit ein paar Milchbars. Im Alter von vier Jahren war sein Vater mit Sir Roccos Großmutter aus dem italienischen Monforte nach Großbritannien gekommen, ins schottische Alloa in Clackmananshire, wo sein Großvater ein Café betrieb – mit dem klangvollen Namen Savoy.

Während sein später zum Lord ernannter Vater also die Hotels versah, studierte Sir Rocco Forte zunächst in Oxford Sprachen. In der anschließenden Buchhalterlehre lernte er, dass Sprachen zwar schön sind, ohne Zahlen jedoch nur schön bleiben. Es folgten Tätigkeiten als Vorstand und Geschäftsführer im väterlichen Unternehmen – und die Verantwortung für rund 800 Hotels, 1000 Restaurants und fast 100.000 Angestellte in mehr als 50 Ländern. Hotels wie das George V in Paris, das Sandy Lane in Barbados, das Ritz in Madrid und das Plaza Athenée in New York gehörten dazu. 1996 verlor die Familie das Unternehmen in einer feindlichen Übernahme.

Im selben Jahr noch gründete Sir Rocco Forte, der zwei Jahre zuvor wegen seiner Verdienste für die englische Tourismusindustrie zum Ritter geschlagen worden war, die „Rocco Forte Hotels“. Er ist Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär des Unternehmens. Das Wort „Kette“ verschmäht er, vielmehr sieht er seine 13 Luxushotels – das Balmoral in Edinburgh, die Villa Kennedy in Frankfurt oder das Hotel de Russie in Rom – als „collection“. Das Vermächtnis des Vaters Lord Charles Forte, der bei seinem Sohn die Leidenschaft für die Hotellerie weckte, würdigte Forte nicht zuletzt im Namen für sein Münchner Hotel: „The Charles“. Auch die Präsidentensuite trägt eigentlich den Namen „Monforte-Suite“, nach dem Geburtsort des Vaters.

Service ist der wirkliche Luxus

Bei 13 Hotels soll es nicht bleiben: Kairo, Dschidda, Luxor und Marrakesch sind als „future openings“ fest eingeplante Standorte für weitere Quartiere seiner Sammlung. Auch New York reizt ihn, besonders die feine Gegend zwischen der 55. und der 70. Straße an der Park Avenue. Dazu sagt er aber nur vieldeutig: „Wir werden sehen.“ Mehr nicht. Wo auch immer neue Häuser eröffnet werden: Um Innenarchitektur und Design der Hotels kümmert sich Olga Polizzi, eine von insgesamt fünf Schwestern des munteren Sir Rocco. Der zurückgenommene Stil liegt in der Familie. Und daran wird, andere Landessitten hin oder her, international auch festgehalten. Es würde ihnen somit nicht einfallen, ihren Häusern im Mittleren Osten oder in Russland ein etwas barockeres Design zu verleihen. Ganz leicht lasse man den „local style“ einfließen, sagt er, aber keinesfalls so, dass es besonders auffällt.

So sehr Wert auf Gediegenheit im Interieur geachtet wird: Den wirklichen  Luxus begründet nach seiner Meinung der Service. So lege er größten Wert auf zuvorkommendes Personal. „Wir brauchen niemanden, der Gäste von oben herab behandelt.“ Dazu gehöre auch, dass man sich um mitreisende Kinder bemühe, mit speziellen Menüs oder einem individuellen Besichtigungsprogramm. Für Familien gebe es zum Beispiel an Weihnachten in seinen Hotels besondere Angebote. „Die Leute treffen nicht mehr nur ihre Familien an den Feiertagen, sie reisen auch immer mehr mit der gesamten Familie.“

Auch seine eigenen drei Kinder, Lydia, Irene und Charles, hielten sich gerne in Hotels auf. Doch alle drei arbeiten auch regelmäßig in den Häusern der Familie, in den Semesterferien oder als Berufsvorbereitung. Sie sollten halt schon von klein auf lernen, dass Luxus eine Dienstleistung ist, für die gearbeitet werden muss – um sie zu erbringen und um in ihren Genuss zu kommen.

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