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Das Design der olympischen Fackel : Schneller, heller, weiter

8000 Löcher soll die olympische Fackel haben - eines für jeden Träger auf ihrem Weg nach London. Bild: BarberOsgerby Studio

Vor wenigen Tagen wurde in Olympia das Feuer für die Spiele in London entzündet. Mehrere Monate und Tausende Kilometer liegen nun vor der Fackel - die ein technisches Meisterstück der britischen Designer „Barber Osgerby“ ist.

          Sie ist gegen fast alles gefeit: Eis und Schnee, wie sie auf dem höchsten Berg Schottlands, dem Ben Nevis, noch zu erwarten sind; Wind und Regen, wie sie nicht untypisch auch im Mai fürs Vereinigte Königreich von Elisabeth II. sind; selbst einen Sturz ihres Trägers soll die Fackel überstehen können, ohne dass die olympische Flamme erlöscht. Da sind sich Barber Osgerby sicher. Schließlich
          haben die beiden britischen Designer die Prototypen eigens in den Klimakammern und thermischen Windkanälen von BMW in München getestet.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Doch es ging bei dem bislang aufsehenerregendsten Auftrag ihrer Karriere (beide sind Jahrgang 1968) nicht nur darum, einen tragbaren Gegenstand zu erschaffen, mit dem das Feuer nach seiner Entzündung am Hera-Tempel im griechischen Olympia über mehrere Wochen und Tausende Stationen hinweg bis ins neu errichtete Olympiastadion nach Stratford in London gebracht werden kann. Das würde einem Ereignis nicht gerecht, auf das nicht nur eine stolze Nation, sondern gleich die ganze Welt blicken wird.

          Die Designer der Fackel: Jay Osgerby (links) und Edward Barber

          «Citius, altius, fortius»: schneller, höher, stärker. So lautet das Motto fast aller Olympischen Spiele der Neuzeit, und es spiegelt sich selbstverständlich auch in der deswegen dreieckig geformten Fackel von Edward Barber und Jay Osgerby wider. Und ist London nicht auch die einzige Metropole der Welt, die nun schon zum dritten Mal (nach 1908 und 1948) Gastgeber der größten Wettkämpfe
          überhaupt ist?

          Zudem sollen genau drei Werte den teilnehmenden Sportlern über alles gehen: Freundschaft, Respekt, Höchstleistung. Die aus goldfarbenem Aluminium geformte und mit einem Gasgemisch betriebene Fackel steckt voller Symbolkraft. Angeblich haben Barber Osgerby, wie sich das Duo seit Ende seines Architekturstudiums am Royal College of Art nennt, genau 8000 Löcher für die 8000 Fackelträger (die allesamt ihre Fackel behalten dürfen) ins Metall ihrer genau 800 Millimeter langen Arbeit bohren lassen. Das sorgt zum einen für Transparenz – die Flamme ist so sogar im Innern zu sehen und wird zugleich durch die einströmende Luft am Brennen gehalten.

          Zum anderen auch für Leichtigkeit. Die genau 800 Gramm schwere Fackel soll von vielen Kindern und Jugendlichen, aber im Laufe von 70 Tagen auch von einer Hundertjährigen getragen werden. Die beiden haben an fast alle Eventualitäten gedacht. «Aber die Flamme könnte natürlich erlöschen», sagt Jay Osgerby. Für diesen Fall gibt es Plan B: Das olympische Feuer brennt auch gut behütet in einer Art Grubenlampe, die mit den Trägern auf Tour ist. An diesem Feuer kann jede der Fackeln schnell wieder entzündet werden.

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