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Design : Einfach Regal

Das „Perimeter“-Regal, fertig zusammengebaut Bild: Claire Payen

„Perimeter“ ist nur ein simples Regal, doch mit einem so überzeugenden Konzept, dass es bereits zwei Designpreise gewonnen hat. Das hatten seine Schöpfer, zwei belgische Nachwuchsdesigner, nicht erwartet.

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          Aus einem Brett lässt sich leicht ein Tisch machen. Mehr als ein Gestell unten drunter braucht es nicht. Und wenn man ein Brett zwischen zwei Schienen schiebt, die an Stangen befestigt sind, ergibt das ein Regal. Viel besser lässt sich die Idee hinter „Perimeter“ nicht erklären. Genial einfach ist das Regal, das Levi Dethier und Sarha Duquesne, beide Jahrgang 1988, dazu verführte, im September ein Studio in der belgischen Hauptstadt Brüssel zu eröffnen.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ohne große Erwartungen hatten sie sich mit ihrer Gemeinschaftsarbeit am Salone Satellite beteiligt, der Schau für Nachwuchsdesigner auf der Möbelmesse in Mailand. Dort bekamen sie den „Design Report Award 2014“ zugesprochen, weil ihr „Perimeter“ so überaus praktikabel sei. Sind die vier Pfosten, die U-Profile, Bretter und Schrauben erst einmal zusammengebaut, ist das Regal sehr stabil. Mit wenigen Handgriffen lässt es sich wieder auseinandernehmen, flach verpacken und transportieren. Zudem sind der Materialverbrauch und der Materialwert sehr gering, was es auch als Serienprodukt auszeichnet. Der Mann aus Eupen und die Frau aus Brüssel nennen sich als Designer-Duo LeviSarha.

          Standhaft: Stecken die Bretter erst in den U-Profilen, wackelt nichts mehr.

          Kennengelernt haben sich die beiden schon im Studium an der „Cambre“. Die Schule für Architektur und bildende Kunst hatte der belgisch-flämische Architekt und Designer Henry van de Velde 1926 in Brüssel gegründet. Danach machten Dethier und Duquesne ihren Master an der Ecole Cantonale d’art de Lausanne (Ecal). Sarha Duquesne arbeitete zunächst in Paris für die Galerie Kreo, ging dann nach London zum Designer Sam Hecht. Dort traf sie Levi Dethier wieder, der nach einer Station in Brüssel bei Maarten de Ceulaer im Londoner Studio des Spaniers Tomás Alonso gelandet war. Nun erst entwickelten sie die Idee für „Perimeter“, das gerade in Belgien einen weiteren Designpreis bekommen hat – auf der Biennale Interieur in Kortrijk.

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