https://www.faz.net/-hrx-9cfr1

Fabio Novembre im Fragebogen : „Wenn Leute mich auslachen, ist mir das egal“

Novembre, der aus Apulien stammt und in Mailand Architektur studierte, provoziert gerne. Und er schätzt das Material Kunststoff, weil es preiswert, langlebig und öko-kompatibel ist. So hat er für Kartell zuletzt die tragbare LED-Laterne Lantern aus transparentem Plastik entworfen. Bild: Emanuele Zamponi

Vor zehn Jahren wurde Fabio Novembre schlagartig mit dem Stühlepaar Him und Her bekannt. Die Freischwinger zeigen auf der Rückseite einen weiblichen und männlichen Akt. Auch heute provoziert er noch gerne.

          Vor zehn Jahren wurde Fabio Novembre schlagartig bekannt: Damals stellte der Designer, der 1966 geboren wurde, das Stühlepaar Him und Her (Casamania) vor. Die Freischwinger aus Polyethylen, die dem Panton-Stuhl nachempfunden sind, zeigen auf der Rückseite einen knienden weiblichen und männlichen Akt. Auch heute provoziert er noch gerne.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Schwarzen Tee, ohne Zucker und Milch. Dazu höchstens einen Keks.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Ich habe viele Freunde in der Modewelt, zum Beispiel bei Costume National, Diesel oder Moncler. Sie schicken mir einen Haufen Sachen, weil sie wissen wollen, was ich von ihren Entwürfen halte. Das meiste darf ich behalten. Ich muss also nirgendwo hingehen, um Kleidung zu kaufen.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Meine Arbeit dreht sich ja ums Verkaufen. Darum schaue ich mich gerne in Geschäften um. Aber da ich, wie die meisten von uns, schon viel zu viel besitze, vermeide ich es eher, noch mehr unnützes Zeug zu kaufen.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Wahrscheinlich ein Paar Jeans.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Ich bin ziemlich exzentrisch und trage, was mir gefällt. Selbst wenn Leute mich auslachen, ist mir das egal.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Nein.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Viele. Das reicht von Karl Lagerfeld bis zum Mann auf der Straße.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

          Möbelstücke schon, aber keine Kleidungsstücke. Es fällt mir schwer, Kleider zu entwerfen, weil es Hüllen sind, die erst am Körper eines Menschen wirken. Und der ist immer anders. Bei einem Möbelstück steht die Form fest.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Selbstverständlich, mehrere. Von Alessi, Seletti und Kartell zum Beispiel. Ich komme aus dem Süden Italiens, wo ein gut gedeckter Tisch zur Tradition gehört.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          In meiner Heimat Apulien kochen die Menschen sehr einfach. Wir nennen das „cucina povera“. Viele Gerichte sind vegetarisch. Auch ich koche gerne mit Bohnen, Erbsen und Linsen. Dazu dann kein Fleisch, sondern eher Fisch.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          „Corriere della Sera“ und „Internazionale“.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          „Corriere della Sera“ und „Dezeen“.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Ich kann mich nicht erinnern.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          „Sechs Vorschläge für das nächste Jahrtausend“ von Italo Calvino.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Verde und Celeste, die Namen meiner Töchter. Sie bedeuten Grün und Himmelblau.

          Ihr Lieblingsfilm?

          „Achteinhalb“ von Federico Fellini.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich hatte 20 Jahre lang kein Auto. Wozu auch, es gibt ja Carsharing in Mailand. Doch inzwischen ist es mit Auto einfacher, weil ich meine Töchter herumfahren muss.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ja, eine Apple-Watch, in Grün und Himmelblau. Ich finde es angenehmer, kurz auf die Uhr zu schauen, wenn Nachrichten eingehen, als ständig auf mein Handy.

          Tragen Sie Schmuck?

          Nur die Ringe an meinen Fingern. Ich habe sie irgendwann gekauft, weil sie mir gefielen, und angesteckt. Seither trage ich sie. Etwa diesen Ring, der aus einer alten Gabel gebogen wurde. Ich habe ihn vor 25 Jahren in New York gefunden. Für mich ist er ein Symbol dafür, dass aus jedem Alltagsgegenstand Schmuck werden kann.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Im Moment den Duft von Marcelo Burlon.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Empathie. Ich lasse mich gerne auf Menschen ein.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Fußball. Ich bin 51 und spiele trotzdem noch immer jeden Samstag. Ich weiß alles über Fußball! Ich bin der größte Fan des AC Mailand, für den ich auch das neue Verwaltungsgebäude gebaut habe, die Casa Milan.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Lächeln.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Die Liebe.

          Sind Sie abergläubisch?

          Überhaupt nicht. Ich verstehe Menschen nicht, die sich davon beeinflussen lassen. Ich habe extra 13 Stühle um unseren Esszimmertisch gestellt, weil Italiener so abergläubisch sind und sie das verrückt macht.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          In Lecce in Apulien. Dort bin ich geboren worden. Meine Töchter lieben es, mit mir dorthin zu fahren.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          In Lecce.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Wasser und kurz vorm Zubettgehen eine Tasse Kräutertee. Ich achte sehr auf meine Gesundheit. Darum trinke ich auch hin und wieder ein Glas Wein, das ist gesund. Aber nur ein Glas, nicht mehr.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          EuGH-Urteil zu Fahrverboten : Hatz auf die Autofahrer

          Städte wie Paris dürfen möglicherweise selbst nagelneuen Autos die Einfahrt künftig verbieten. Umweltaktivisten jubeln, für die große Mehrheit der Bevölkerung aber wären so umfassende Fahrverbote eine Katastrophe. Ein Kommentar.

          2:1 gegen Lazio Rom : Frankfurt spielt die perfekte Runde

          Die Eintracht holt im sechsten Spiel in der Europa League ihren sechsten Sieg. Die Partei bei Lazio Rom wird jedoch durch Krawalle, Festnahmen und Pyrotechnik überschattet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.