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Stil-Fragebogen: Fawaz Gruosi : „Lieblingsvorname? Mein eigener.“

Fawaz Gruosi, der im Libanon geboren wurde und in Florenz aufwuchs, hat keine Zeit für viele Partys: „Ich bin dauernd bei der Arbeit, obwohl mein Lebensstil einen anderen Eindruck machen könnte“ Bild: Piero Oliosi/Polaris /Studio X

Kaffee und Zigaretten - daraus besteht das Frühstück von Fawaz Gruosi, der glamourösen Schmuck macht. Im Stil-Fragebogen verrät er, warum ein Anzug zum Streit mit seiner früheren Frau führte.

          2 Min.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Kaffee, Kaffee, Kaffee und Zigaretten. Ich esse morgens nichts.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Seit 40 Jahren bei einem Schneider namens Caraceni in Mailand. Seitdem war ich nirgendwo sonst. Meine Schuhe kaufe ich ebenfalls in Mailand, bei Doriani.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Ich hasse es einzukaufen. Wenn ich mal in Mailand bin, lasse ich mir deshalb gleich 15 bis 20 Anzüge machen, so muss ich erst vier bis fünf Jahre später wiederkommen. Bei Schuhen sind es dann auch jedes Mal etliche Paare.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein Anzug von 1982, natürlich musste ich den schon öfter mal zum Schneider geben, damit er ihn weiter macht.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Ich trage sehr klassische Mode, da läuft man weniger Gefahr, Modesünden zu begehen. Aber ich war früher ja mal verheiratet, und als ich eines Tages nach Hause kam, hatte meine Frau meinen wunderschönen beigefarbenen Sommeranzug zum Roten Kreuz gegeben. Für sie war das wohl eine Modesünde. Da gab es Krieg.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Ja. Ich reise auch darin.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Die Männer in den fünfziger und sechziger Jahren waren toll angezogen.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder ein Möbelstück selbst gemacht?

          Nein.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Ja, mehrere. Von Alberto Pinto, Richard Ginori und Jeff Koons für Bernardaud.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Mit Pasta. Spaghetti alle vongole oder mit einer Tomatensoße, für die ich fünf bis sechs Stunden zum Kochen einplane. Ähnlich viel Zeit braucht auch mein Schmorbraten.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Wenn ich in der Schweiz bin, natürlich die Lokalpresse, weil ich Italiener bin, auch sehr gerne den „Corriere della Sera“ und manchmal die „Financial Times“. Magazine? Eigentlich nur im Flieger, da nehme ich, was mir gerade in die Hände fällt.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Ich hasse beides.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Vor sehr langer Zeit, das muss jetzt mindestens 20 Jahre her sein.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Daran kann ich mich gar nicht erinnern. Ich habe vor ungefähr 25 Jahren aufgehört, Bücher zu lesen. Aber Paulo Coelhos „Alchimist“ habe ich vor einigen Jahren zumindest zur Hälfte geschafft.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Mein eigener.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Da gibt es so viele. Wenn ich nur einen nennen darf, dann „Der Leopard“ von Luchino Visconti.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich habe vor einigen Jahren aufgehört, selbst Auto zu fahren, weil ich es riskierte, irgendwann im Gefängnis zu landen. So oft wurde ich angehalten.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ja, die klassische „New Retro“, die wir vergangenes Jahr für Herren hier in Basel vorgestellt haben. Sie gefällt mir immer noch sehr gut.

          Tragen Sie Schmuck?

          Schmuck für Männer verstehe ich überhaupt nicht. Eine Uhr, ein Paar Manschettenknöpfe, mehr brauchen Männer nicht.

          Haben Sie einen Lieblings-Duft?

          Ich verwende seit 1980 denselben Duft, das erste Parfum von Versace. Es heißt einfach Versace. Man findet es zwar kaum noch, aber glücklicherweise habe ich ja eine großartige Assistentin, die so lange googelt, bis sie es aufgetan hat, und dann gleich zehn Flaschen auf einmal bestellt.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Ich glaube nicht, dass ich ein Talent habe, sondern einfach Glück.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Ich kann es nicht ausstehen, wenn Leute langsam sind.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Mit Freundlichkeit und einem Lächeln.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Dieser Tage vor allem Donald Trump, dieser verrückte Typ.

          Sind Sie abergläubisch?

          In den üblichen verdächtigen Situationen klopfe ich auf Holz. Natürlich bringt das auch nichts, aber es ist eine Angewohnheit.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          In den vergangenen 23 Jahren hatte ich insgesamt nicht länger als zwei Monate frei. Ich habe also nicht viel Urlaub, obwohl mein Lebensstil einen anderen Eindruck macht. Im Sommer bin ich auf Sardinien oder Mykonos, im Winter in den Bergen. Nur ist es Teil meiner Arbeit, dort Kunden zu treffen.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Jetzt mache ich wirklich endlich mal Urlaub, nach der Uhrenmesse hier in Basel verbringe ich eine Woche in einem Spa auf Zypern. Hoffentlich wird das Wetter gut.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Meistens Wodka.

          Aufgezeichnet von Jennifer Wiebking.

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