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David Beckham : Am Anfang des Designer-Lebens

Gastdesigner: Für Belstaff hat David Beckham eine kleine Kollektion entworfen. Bild: AP

Für ein weiteres halbes Leben dürfte dem ehemaligen Profifußballer David Beckham die Rolle als Glamourfigur nicht genug sein. Deshalb versucht er sich jetzt als Designer. Nur in der Mode muss auch Platz für ihn sein.

          5 Min.

          David Beckham scheint viel dafür getan zu haben, beim Termin wie ein echter Designer auszusehen. Seine schwarze Lederhose wirkt eigenwillig genug, um auf eine gewisse kreative Einstellung zu schließen. Das schlichte schwarze T-Shirt mit dem Rundhalsausschnitt und den kurzen Ärmeln mag ihn zwar hier in Berlin im Herbst zum Frösteln bringen, zugleich suggeriert es aber jene Nüchternheit, mit der sich Designer gerne von ihrer eigenen, oft viel aufwendigeren Mode distanzieren. Die Einstiche in seinen Ohrläppchen sind noch sichtbar, früher trug er an dieser Stelle mit Vorliebe Brillanten-Stecker und wurde damit zum Sinnbild des metrosexuellen Mannes erklärt. Jedes Mal, wenn ein Fotograf damals in seiner Nähe auf den Auslöser drückte, blitzten sie auf. Die Aufgabe erledigen jetzt, an diesem verregneten Donnerstagnachmittag im Berliner Club Soho House, seine haselnussbraunen Augen: Ein strahlender Blick, ein fester Händedruck, ein „Hi, David.“ Seine Stimme klingt weniger piepsig, als es ihm nachgesagt wird. Seine Statur ist hingegen schmaler, als sie auf Fotos wirkt, fast so hänflingshaft wie die vieler männlicher Designer - von Designerkollegen kann man dann doch noch nicht ganz sprechen.

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          David Beckham zückt eine Bikerjacke in Dunkelblau der Marke Belstaff. Es ist seine. Nicht dass er sie besitzt, er hat sie gewissermaßen erdacht. Für das Traditionshaus, das vor allem für seine Jacken bekannt ist, entwarf Beckham eine eigene kleine Kollektion, mit der man auch auf ein Motorrad steigen könnte. Es sind neun Teile: Lederhosen, Bikerjacken, Wachsjacken, Portemonnaies, Stiefel. Sie folgen auf die ersten Designkooperationen des Briten mit H&M. Ein Haus wie Belstaff könnte für den 38 Jahre alten ehemaligen Fußballer nun ein langfristiger Weg in die Mode sein. Nicht in jene von Hochglanz überzogene Welt, in der ein Star wie Beckham eingeflogen wird, sich vor eine Kamera stellt, nett lächelt und ein paar Monate später Werbetafeln großer Marken ziert. In dieser Welt ist Beckham längst angekommen. Jahrelang war er ebenso Profifußballer wie schillernde Glamourfigur. Er zeigte bereitwillig sein Handgelenk, um für Uhren zu werben. Er ließ sich in Zusammenhang mit einem Handy als rasiermesserscharf darstellen. Er hatte kein Problem damit, nur mit engem Slip bekleidet, auf Plakaten für die ganze Welt zu posieren. Spätestens seit er im Mai nach seinem letzten Spiel vom Platz zog, ist er nur noch diese Glamourfigur. Für mindestens ein halbes verbleibendes Leben wird das zu wenig sein. Wer hauptberuflich Kampagnengesicht ist, wird irgendwann seine Werbewirkung verlieren.

          Victoria arbeitet wie ein Stier – und ihr Mann?

          Nein, Belstaff könnte den Weg in eine andere Modewelt für Beckham ebnen, in der er selbständig und als anerkannter Designer arbeitet. In der er sich ständig neu beweisen muss. Er wäre nicht der Erste, der das Risiko des Quereinstiegs eingeht. Robbie Williams lancierte vor zwei Jahren die eigene Marke Farrell. Heute ist er damit schon wieder pleite. Katie Holmes führt seit vier Jahren ein Modelabel. Mit bislang eher mäßigem Erfolg. Im Jahr 2007 gründete Sienna Miller mit ihrer Schwester die Marke Twenty8Twelve. Die gibt es bis heute, nur die Schwestern sind nicht mehr an Bord. Allein in zwei Fällen scheint der Schritt vom Starlett zum Modemacher geklappt zu haben. Die ehemaligen amerikanischen Kinderstars Mary-Kate und Ashley Olsen entwerfen für ihr Label The Row sündhaft teure Stücke aus Kaschmir und Leder. Beispiel Nummer zwei: Victoria Beckham. Die Ehe mit ihr könnte auch David einen Platz in der Mode ermöglichen. „Es ist etwas, das mir richtigen Spaß macht“, sagt er selbst im Gespräch. „Vielleicht auch, weil es mir leichtfällt.“

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