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Schuh-Start-up : Ein Label, das läuft

Sie arbeitete bei Zalando, aber Luisa Krogmann konnte für sich selbst nie Schuhe finden. Mit Constantin Langholz-Baikousis baute sie also ein eigenes Label auf. Aeyde ist ein Beispiel dafür, dass die Gründerszene in Berlin bis in die Mode reicht.

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          Auch ein Schuh hat eine Statik. Wenn er steht, muss er stabil sein. Dafür braucht es einen vernünftigen Leisten aus Holz, um den Sohle und Leder gebaut werden. Ist der Leisten von minderer Qualität, wird der Schuh später wackeln, wenn man ihn nur antippt. Luisa Krogmann, 33, und Constantin Langholz-Baikousis, 32, haben nun gemeinsam ihre eigene Statik gefunden. Der Name ihres Schuhlabels klingt zunächst vielleicht wackeliger als der Rest des Projekts: Man kann die Buchstabenfolge Aeyde so aussprechen, wie man es mag. Constantin Langholz-Baikousis, die Mutter Deutsche, der Vater Grieche, aufgewachsen in Hamburg, bediente sich dafür 2015 am Namen seiner Großmutter mütterlicherseits. Sie hieß Edith, Spitzname Edi, daraus ist Aeyde entstanden. Doch auch dieser seltsame Name ist tatsächlich wichtig für die Statik des Unternehmens: „Wir wussten von Anfang an, dass wir eine internationale Marke aufbauen wollten“, sagt Langholz-Baikousis. „Da muss man nicht unbedingt gleich am Namen ablesen können, woher diese Marke kommt.“

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die zwei jungen Unternehmer empfangen an einem nasskalten Nachmittag zum Gespräch in ihren Büros in einem der Stalinbauten am Strausberger Platz in Berlin. Dort kommt Aeyde her. An ihrem Label arbeiten sie hier wie an einem Start-up. Sie erzählen von ihren vielen großen und kleinen Business-Angels. Ein Verb, das immer wieder fällt, lautet „aktivieren“. Ohne die Aktivierung von Investoren, die Aktivierung von Influencern kein Aeyde. Die Marke ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Gründerszene der Stadt nun die Mode prägt, und wie die Mode die Start-up-Stimmung aufnimmt. Auch hier stand am Anfang mehr als die Idee, dass sich jemand in seinem eigenen Atelier selbst verwirklicht. Stattdessen hatte Luisa Krogmann erkannt, dass dem Schuhangebot etwas fehlt, dass die meisten Schuhe zu teuer oder zu minderwertig oder zu schlecht entworfen sind. Sie arbeitete damals mit Constantin Langholz-Baikousis für ein Start-up, das zum Tech-Giganten herangewachsen war: Zalando.

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