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Christopher Bailey : Der Verpackungskünstler

Viele Analysten zweifelten schon damals an dem Einfall. Allein, weil der Arbeitsaufwand für einen einzigen Menschen zu groß schien, ganz abgesehen von dem Interessenkonflikt, zugleich spannende und gut verkäufliche Mode hervorzubringen. An der Börse ging der Kurs der Aktie im Zuge der neuen Personalie um 6 Prozent zurück. In den Folgejahren konnte Bailey seinen Erfolgskurs zwar in kreativer Hinsicht fortsetzen, wirtschaftlich aber war der Höhenflug der Marke vorbei.

Möglich, dass Bailey, der in den vergangenen 15 Jahren eine so beeindruckende Metamorphose hingelegt hat, nun über sein eigenes Tempo stolpert. Die schwierige Lage der weltweiten Märkte macht es nicht einfacher, sei es die schwächelnde chinesische Wirtschaft, die Krisen in Russland wie Südamerika, der niedrige Ölpreis, der den Staaten am Golf zu schaffen macht, die Shopping-Touristen, die den europäischen Großstädten nun aus Sicherheitsgründen mit jedem weiteren Anschlag weiter fernbleiben. Jüngst ging der Umsatz im zweiten Jahresquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent zurück.

Neben dem Konzept kann sich auch Baileys Karriere noch ändern

Bailey legte schon im vergangenen Jahr einen Sparkurs vor, parallel zu seinem kühnen Entwurf für See now, buy now, dem Ende der Jahreszeiten der Mode, zumindest für Burberry. Die Kollektion, die morgen bei der Schau in London gezeigt wird, die dann ab sofort erhältlich ist, läuft also weder unter Frühjahr/Sommer, so wie alles andere, was bei den Schauen dieser Tage zu sehen ist, noch unter Herbst/Winter, sondern heißt schlicht „September“. Die inoffizielle Generalprobe vergangenen Februar, die letzte Schau nach altem System, lief so lala, alles gut verständliche Teile, aber im Olymp der Mode darf es ruhig komplexer zugehen.

Für gewöhnlich bleiben ja ein paar Monate Zeit, um die Kunden mit dem Konzept vertraut zu machen, bevor sie es kaufen sollen. Andererseits: Die Patchwork-Tasche des Hauses ist nun trotzdem allgegenwärtig und Accessoires noch immer der Gradmesser für den Erfolg eines Hauses. Als Modemarke müsse man doch jede Veränderung begrüßen“, sagte Bailey im Februar nach der Schau, natürlich von einer Riesentraube umringt.

Seinen Geschäftsführer-Posten hat er seitdem übrigens verloren, dafür hat man sich den ehemaligen Manager von Céline herangeholt, Marco Gobbetti. Bailey ist jetzt Präsident, eine bittersüße Beförderung, und zugleich der überhaupt finale Schritt seiner Metamorphose. Größer als Präsident kann man bei einer Marke nicht werden, eigentlich. „Es heißt auch nicht, dass dieses neue Format in Stein gemeißelt ist. Auch das kann sich ändern“, sagte Bailey damals noch in Bezug auf sein See-now-buy-now-Konzept. Auf seine eigene Karriere könnte das genauso gut zutreffen.

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