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Winter-Trend Wollmantel : Und was passiert bei Eis und Schnee?

  • -Aktualisiert am

Sehr gefragt: Max Mara kann in diesem Jahr den Bedarf an Kamelhaarmänteln, Markenzeichen des Hauses, nicht mehr decken. Bild: Hersteller

Der Winter geht nicht so mild weiter, wie er angefangen hat. Doch Daunenjacken kaufen jetzt die wenigsten. Immer mehr Frauen finden stattdessen Gefallen an Wollmänteln. Warum eigentlich?

          In der Schlussszene von „Spectre“, dem neuen James-Bond-Film, wartet Léa Seydoux alias Madeleine Swann in Londons nebligen Straßen auf den Geheimagenten – im schicken Wollmantel. Undenkbar, dass die schöne Blondine an der Seite von Daniel Craig den Kampf gegen Bösewicht Franz Oberhauser (Christoph Waltz) mit einer Daunenjacke bekleidet gewönne, auch wenn ein dickes gefüttertes Modell in dieser Situation zweifellos praktischer gewesen wäre.

          Das Praktische – egal ob es allgemein um Mode geht oder im besonderen Fall um Winterjacken, gerade deutsche Frauen scheinen vorwiegend an praktischen Kleidungsstücken interessiert zu sein. Kaum eine Französin oder Britin käme jedenfalls auf die Idee, beim Kauf eines Bekleidungsstücks einen Gedanken darauf zu verschwenden, ob es praktisch ist. Statt schon in der Umkleidekabine darüber nachzudenken, wie sich das Teil wohl morgens gegen 7.30 Uhr beim Freikratzen des Autos trägt, ob es dann an den weiten Ärmeln und dem offenem Kragen ziehen könnte, schauen viele von ihnen zunächst in den Spiegel. Sehen sie darin gut aus? Statt im Alltag praktisch zu sein, muss Mode zunächst schön wirken, und so tragen die Frauen in London und Paris nonchalant ihren Wollmantel – und legen, wenn nötig, noch einen dicken Schal darüber, für Wind, Regen und Schnee.

          Doch die Zeiten ändern sich, auch hierzulande: Nachdem Capes und Ponchos die Trend-Überraschung in diesem Herbst waren, entdecken jetzt immer mehr Frauen den Wollmantel. Der verdrängt langsam aber sicher die Daunenjacke aus dem Stadtbild.

          Die Designer freut's

          Sehr zur Freude der internationalen Designer dürfte das sein, denn die haben in ihren aktuellen Winterkollektionen ihre Lust auf Mäntel voll ausgeschöpft. Chloé etwa zeigt bodenlange dunkelblaue Uniform-Mäntel mit dicken Goldknöpfen, Prada doppelreihige Mäntel mit Fischgrätmuster und breitem Revers. Céline bevorzugt kragenlose, gerade geschnittene Hüllen. Das Angebot ist riesengroß. Hersteller wie Hugo Boss bieten klassische Zweiknopf-Mäntel an, Tommy Hilfiger leichte Eggshape-Formen und S. Oliver – abseits der internationalen Laufstege – Modelle mit Taillengürtel.

          Auch bei den Filialen der Modeketten stößt man gleich am Eingang auf Wollmäntel. Bei Zara hängen Maxi-Mäntel in Marine und Grau neben Kurzmänteln in Tweedmuster. Bei Massimo Dutti gibt es zweifarbige Kimono-Modelle mit Gürteln, bei Cos sind die Mäntel A-Linien-förmig geschnitten. Wolle, Flanell, Mohair. Zweireiher, Einreiher, Blazermantel, lose Hülle, gerade geschnittene Modelle, Egg Shapes.

          Und Daunenjacken? Hängen weiter hinten. Diese neue modische Präsenz schlägt sich auch in den Umsätzen nieder. Nachdem Händler und Hersteller viele Jahre hervorragende Geschäfte mit funktionellen Daunenjacken gemacht haben, ist in den vergangenen Wochen eine Verschiebung festzustellen. „Wir verkaufen zurzeit eindeutig mehr Wollmäntel als Daunenjacken“, sagt die Einkäuferin eines süddeutschen Modehauses.

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