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Corona in der Designbranche : Kreativ sein auf Distanz

  • -Aktualisiert am

Ana Mariía Kayser von der Marke Ames arbeitet in ihrem Homeoffice – und korrespondiert via Whatsapp mit Kollegen aus Kolumbien. Bild: Ame

Die Zwischentöne fehlen, das Zwischenmenschliche erst recht: Corona verändert auch die Kreativbranche. Drei Designer über ihre Arbeit in der Krise, das Studio als magischen Ort und die neue Normalität.

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          In den Regalen stapeln sich Materialmuster: Stoffstücke, Plastikplättchen, Holzleisten. An den Wänden Skizzen und Collagen, in der Ecke eine Werkbank, darauf Kästen mit Schrauben, Nägeln, Drähten. Daneben ein 3D-Drucker, vielleicht die Papiermodelle eines Stuhls, mit Paketband verstärkt. Auf dem Schreibtisch um den Bildschirm Stifte, Schere, Kleber, Post-its, Notizhefte. So ungefähr sieht es aus in den Studios der meisten Produkt- und Möbeldesigner. Trotz aller digitalen Hilfsmittel ist die Gestaltung von Gegenständen immer noch auch eine analoge Tätigkeit, bei der viel mit den Händen gearbeitet wird. Häufig wird in Teams gearbeitet, im direkten Austausch, zusammen über eine Zeichnung oder ein Modell gebeugt. Es braucht diese kreative Atmosphäre, damit die Einfälle kommen, die Ideen wachsen.

          Deshalb gilt vielen aus der Branche das Studio als magischer Ort. Die Arbeitsräume einiger Designer wurden nach ihrem Tod sogar als Museum konserviert, etwa die Studios von Achille Castiglioni und Vico Magistretti in Mailand oder das Eames House in Kalifornien, wo Ray und Charles Eames lebten und arbeiteten. Am authentischen Ort sollen die Genialität und Innovationskraft großer Geister spürbar sein. Kaum verwunderlich also, dass nach zwei Monaten Lockdown im Homeoffice bei Designern die Erkenntnis steht: Die kreative Arbeit lässt sich nicht beliebig digitalisieren und nur allein zu Hause oder per Videokonferenz erledigen.

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