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Designer-Rückzug : Im Zeichen des Regenbogens

Farbenfroh: Models präsentieren in London neue Kreationen von Burberry. Bild: AFP

Nach 17 Jahren verabschiedet sich Christopher Bailey von Burberry. Seine letzte Kollektion ist ein Fest der Farben – und verbunden mit einer mutigen Botschaft.

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          Die letzte Schau steht im Zeichen des Regenbogens. Die Farben schmücken Westen und Mützen, Ponchos und riesige Röcke. „Ich bin schon nachdenklich an diese Kollektion gegangen“, sagt Christopher Bailey nach der Schau, „aber es sollte trotzdem positiv sein.“ Die Regenbogen-Botschaft ist recht mutig, gemessen daran, dass Bailey diese Stücke nicht für ein kleines Label entworfen hat, sondern für Burberry, ein börsennotiertes Unternehmen mit Kunden auf der ganzen Welt. Ob all denen diese bunten Stücke gefallen, die Bailey der LGBT-Gemeinschaft widmet (Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender), ob die Kunden sie sogar kaufen werden, ist an diesem Samstagabend eigentlich egal.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nach 17 Jahren bei der wichtigsten britischen Modemarke zeigt der Designer, der in dieser Zeit zum Chief Creative Officer aufgestiegen ist (und am Ende sogar Vorstandsvorsitzender war), in London ein letztes Mal eine Burberry-Kollektion – als Fest der Farben, Muster und Materialien. Seine Stoffe behandelt Bailey wie Patchwork. Und außer Regenbogenfarben holt er auch das typische Karomuster hervor – obwohl er damit in den 17 Jahren so überaus sparsam umgegangen ist.

          Aus einem Hersteller von Regenmänteln hat Bailey ein Powerhouse der Branche gemacht. Die Digitalisierung hat er vorangetrieben wie kein Zweiter. Er machte Mode zum Sofort-Erlebnis: Die Schauen waren über Livestream zu sehen, die Teile direkt im Anschluss zu kaufen. Allerdings sollte diese See-now-buy-now-Idee am Ende doch nicht so recht zünden. Das wird ein Grund sein, warum er sich nun verabschiedet. „Mit der Kollektion wollte ich auch das Chaos dieser Tage ordnen“, sagt Bailey nach der Schau. „Es stellen sich zurzeit so viele Fragen, zu unseren Werten, unserer Kultur, wie wir uns zueinander verhalten. Dabei ändert sich auch die Art, wie wir aussehen. Eigentlich ist es eine sehr spannende Zeit.“ Aber: „Persönlich brauche ich Zeit, diese Dinge zu ordnen.“

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          Er habe sich noch nicht entschieden, wie sein Leben nun weitergehe. Er sei ja erst 46 Jahre alt. „Bis zum Ende des Jahres arbeite ich noch bei Burberry, dann möchte ich mir Zeit zum Nachdenken nehmen.“ Zum Finale läuft er durch die Riesenhalle, die – wie passend! – im Schatten einer der größten Shoppingmalls Europas liegt. Er verbeugt sich in alle Richtungen, läuft dann zu seinem Mann am Rand und küsst ihn.

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