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Einer der Urheber: Jonathan Anderson macht Loewe groß. Bild: PR

Herbst-Winter-Mode : Dasselbe in Groß

Die Prêt-à-Porter-Mode ist in virtuellen Welten gefangen. Einen Ausweg sehen die Designer in extremen Entwürfen. Aber kann man so eine Fernbeziehung zur Mode aufbauen?

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          So ganz einfach darf man sich den Arbeitsbeginn eines Designers bei einer großen Modemarke nicht vorstellen. Als Gabriela Hearst vor einigen Monaten bei Chloé begann, sprachen die Kollegen immer von „MLG“. Da sie bis dahin nur für ihre eigene kleine Marke gearbeitet hatte, so erzählt sie im Video-Gespräch, wusste sie mit der seltsamen Abkürzung nichts anzufangen und rätselte tagelang, was damit gemeint sein könnte. Bis sie schließlich erfuhr, dass es dabei um „Medium Leather Goods“ geht, also um mittelgroße Lederwaren.

          Alfons Kaiser
          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Gabriela Hearst, die in Uruguay aufwuchs und in die amerikanische Verlegerdynastie Hearst einheiratete, hat sich schnell in Paris eingefunden. Denn als sie bei der Prêt-à-Porter-Woche, die am Mittwoch nach acht Tagen zu Ende ging, ihre erste Kollektion für das Modehaus präsentierte – da gab es Handtaschen und Rucksäcke ohne Ende zu sehen. Und wie es diese Saison will, waren aus mittelgroßen ziemlich große Lederprodukte geworden. Schließlich hatte Chloé 2004 – modisch gesehen in grauer Vorzeit – mit der knautschigen „Paddington“ den Prototyp der „It-Bag“ herausgebracht und sich einen Geschäftszweig aufgebaut, der in Zeiten wie diesen lebenserhaltend sein könnte.

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