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Inneneinrichtung : Leben wie ein Ritter

Bild: Hersteller

Ein britischer Star-Architekt lässt einen seiner Entwürfe in Frankfurt produzieren. Wer sich in seinem Wohnzimmer wie ein echter „Sir“ fühlen will, kommt hier auf seine Kosten.

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          Die Geschichte beginnt in den Chiltern, einer aus Kreide bestehenden Hügelkette im Nordwesten Londons. Die Erhebungen, zum Teil bewaldet, ziehen sich von der Themse in Oxfordshire über ganz Buckinghamshire bis  nach Dunstable in Bedfordshire. Der höchste Punkt des  auf die Vergletscherung in der Eiszeit zurückgehenden Geländes ist mit 267 Metern der Haddington Hill bei  Wendover. Die Chiltern Hills zählen zu den britischen „Areas of Outstanding Natural Beauty“.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          An diesem Flecken, zwischen den Dörfern Skirmett und Hambleden, hat David Chipperfield 2013 eine großzügige Villa bauen lassen: Fayland House in Buckinghamshire. Auch die Innenausstattung stammt von dem zum Ritter  (CBE) geschlagenen britischen Architekten, darunter einige  massive Möbel aus Holz. Einen der Prototypen nahm der Einundsechzigjährige mit nach Berlin in sein Studio. Den Tisch vor Augen, muss er sich gedacht haben, wie schade es doch wäre, wenn der gelungene Entwurf nur in einem Haus  stünde, und so wandte er sich an den deutschen Hersteller, der sein neues Werk am besten in Serie produzieren kann.

          Für „e15“ kam die Anfrage überraschend, doch im richtigen Moment. Das Unternehmen feiert sein zwanzig-jähriges Bestehen. Philipp Mainzer, ebenfalls Architekt, hatte 1994 zusammen mit Florian Asche eine Werkstatt in  Hackney in London gegründet. Ein Jahr später wurde ein  Möbelhersteller daraus, benannt nach der Postanschrift  („east 15“). Von London führte der Weg über Oberursel  nach Frankfurt, wo „e15“ heute seinen Hauptsitz hat. Dort  stehen die mittlerweile bekannten Möbel: der „Bigfoot“ mit seinen dicken Beinen, aus dem Kern einer Eiche gesägt, und der „Backenzahn“, ein Hocker aus Eiche oder Nussbaum, der so aussieht wie er heißt. Nun kommt der nicht ganz so massive Tisch „Fayland“ hinzu, der ganz der ländlichen Idylle entspricht, für die er  gemacht wurde.

          Chipperfield, Sohn eines Bauern, hat neben  den Tisch noch eine Holzbank („Fawley“) mit der gleichen  Mittelzarge gestellt, die es stark verkürzt auch als Stuhl oder  Hocker („Langley“) gibt. Die kleine Familie wird erstmals  kommende Woche auf der Mailänder Möbelmesse zu sehen  sein – in Nussbaum und Eiche, geölt oder weiß pigmentiert  oder in Schwarz. Schon einen Tag vor dem Salone hat  die Kollektion ihre Premiere im „e15“-Showroom, der etwa  300 Meter die Via Tortona entlang in die Hausnummer 34  gewandert ist, aber weiter im Trendviertel liegt.

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