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Gründer der Baumarktkette : Baus Haus

Heim für Werktätige: Den ersten Bauhaus-Markt gründete Heinz-Georg Baus mit seinem Vater 1960 in Mannheim. Bild: Hersteller

Heinz-Georg Baus begann vor fast 60 Jahren, ein Grundbedürfnis der Deutschen zu bedienen – mit einer Baumarktkette. Ihr Name: Bauhaus.

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          „Bastelbude“, sagt Albrecht Hornbach. „Nur eine Bastelbude.“ Klein war er in der Tat, der erste Laden in der Mannheimer Innenstadt: 250 Quadratmeter. Kein Vergleich zu den Heimwerker-Paradiesen von heute, vier Fußballfelder groß. „Bastelbude“, das klingt aber auch nicht nach später Anerkennung für eine Pioniertat. Fast sechs Jahrzehnte nach der Gründung ist das Verhältnis zwischen dem Bauhaus-Imperium und dem Rest der Branche noch immer nicht das beste. Respekt ja, aber Freundschaft zwischen Hornbach und Bauhaus, die gibt es nicht.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Zusammen mit seinem Vater hatte der Schreinersohn Heinz-Georg Baus in der Mannheimer Innenstadt 1960 den ersten Bauhaus-Markt gegründet. Daraus hat er einen der erfolgreichsten Baumarkt-Betreiber in Europa gemacht, mit heute 20.000 Beschäftigten und einem geschätzten Jahresumsatz von 6,3 Milliarden Euro. Baus ist Zeit seines Lebens ein Phantom geblieben, ein so erfolgreicher wie öffentlichkeitsscheuer Außenseiter, Tüftler, Steuerflüchtling. Bis zuletzt blieb er Alleinherrscher in seinem Reich. Nur ein Foto, 20 Jahre alt, kursierte zu seinen Lebzeiten in der Öffentlichkeit. Aus dem Branchenverband ist die Firma ausgetreten, sie gehört keinem Arbeitgeberverband an und unterliegt keiner Tarifbindung. Baus spaltet die Branche bis heute.

          Rätselhafter Kontrahent

          Dieser Tage konnte Hornbach den 50. Jahrestag der ersten Baumarkt-Eröffnung feiern. Offene Anerkennung für den Branchenpionier aus Mannheim gab es nicht. Zu ungleich sind sie bis heute. Hier die Hornbachs, eine seriöse Unternehmerfamilie alten Schlags, die aus ihrer Firma ein börsennotiertes Unternehmen machte, das seine Zahlen bis ins Detail offenlegen muss – während bei Bauhaus selbst die Umsatzangaben nur geschätzt werden können. Und während Heinz-Georg Baus seine Wohnsitze mehrmals verlegte, in die Schweiz, nach Monaco, um Steuern zu sparen, verkauften die Hornbachs sogar Aktien, um die Erbschaftssteuer in Deutschland zahlen zu können.

          Unternehmer, Überflieger: Heinz-Georg Baus
          Unternehmer, Überflieger: Heinz-Georg Baus : Bild: Hersteller

          Er selbst habe Baus nie getroffen, sagt das Familienoberhaupt Albrecht Hornbach – obwohl sie kaum 100 Kilometer voneinander entfernt nahezu gleichzeitig ein neues Geschäftsmodell in Deutschland schufen, sich viele Kämpfe lieferten um Standorte und Ideen. Baus, ein Selfmade-Unternehmer mit einem geschätzten Familienvermögen von mehr als vier Milliarden Euro, ist selbst seinem größten Konkurrenten ein Rätsel geblieben.

          Keine Verbindung zur Bauhausschule

          Baus' Eltern betrieben in Schriesheim bei Heidelberg eine Schreinerei. Er selbst lernte Schreiner und Glaser, später bezeichnete er sich lapidar als freien Erfinder. Die Idee für einen Selbstbedienungsmarkt, in dem Heimwerker all das finden, was damals auf Eisenwarenläden, Schreinereien, Bauhöfe verteilt war, hatte Baus aus Amerika mitgebracht. Vorbild war der amerikanische Baumarktriese Home Depot, zu dem er bis zuletzt Kontakte pflegte.

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