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Baselworld 2017 : Eine Uhr für Donald Trump

Ein Besucher macht einen Schnappschuss von der Uhrenauslage auf der Baselworld-Messe. Bild: AFP

Nach einem schlechten Jahr hoffen Schweizer Uhrenhersteller auf mehr Einkaufstouristen aus China. Der Anschlag in London ist für sie ein Dämpfer. Beobachtungen von der Uhrenmesse in Basel.

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          Für Davide Traxler ist die Sache klar. Donald Trump muss eine Dollarmünze am Handgelenk tragen. Wer, wenn nicht er? Als Multimillionär ist der amerikanische Staatspräsident nachgerade prädestiniert für die „Coin Watch“. Dabei handelt es sich um eine Uhr, deren Zifferblatt aus einer goldenen 20-Dollar-Münze besteht. Hergestellt wird dieser Chronometer von Corum. Das ist ein kleiner Uhrenfabrikant aus La Chaux-de-Fonds, dem Mekka der schweizerischen Uhrenindustrie im Jura. Traxler ist der Chef von Corum. Für ihn wäre es ein PR-Coup, wenn sich Trump die 22.000 Franken teure Dollar-Uhr ans Handgelenk schnallte. Traxler erinnert daran, dass vor Trump auch die Präsidenten Lyndon B. Johnson, Ronald Reagan, Georg W. Bush und Richard Nixon die Coin Watch getragen haben. Aber bisher hat Trump nicht angebissen. Der Corum-Chef ahnt, woran das liegt: „Trump trägt eigentlich keine Armbanduhr.“ Vermutlich gibt es noch einen anderen Grund: Corum ist nun einmal kein amerikanisches Unternehmen. Es gehört inzwischen einem chinesischen Konzern. Trotzdem hat Traxler die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Wir bleiben dran“, sagt er im Gespräch mit der F.A.Z. auf der Uhrenmesse „Baselworld“, die noch bis Ende März in Basel dauert.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Als kleiner Hersteller versucht sich Corum mit etwas andersartigen Produkten von den großen und viel bekannteren Schweizer Marken wie Rolex, Patek Philippe, Omega, Breguet, Piaget, Chopard und Hublot abzusetzen. Im vergangenen Jahr ist das gut gelungen: Corum hat den Umsatz um 39 Prozent auf 50 Millionen Franken erhöht und erstmals seit zehn Jahren wieder einen, wenn auch kleinen, Gewinn erwirtschaftet. Das ist umso bemerkenswerter, als die Schweizer Uhrenindustrie in ihrer Gesamtheit ein schlechtes Jahr hinter sich hat. Die Exporte der einst erfolgsverwöhnten Branche sanken um 10 Prozent auf 19,4 Milliarden Franken. Die wichtigste Kundengruppe, die Chinesen, spielt nicht mehr richtig mit. In den Boom-Jahren bis 2014 gab es für chinesische Touristen kein Halten, wenn sie ein Uhrengeschäft in Paris, Luzern oder Genf betraten. Nicht selten kauften sie gleich ein halbes oder ganzes Dutzend Schweizer Markenuhren ein. Doch diese Zeiten sind vorbei: Der heimische Zoll sowie die Anti-Korruptions-Wächter haben die Kauflust erheblich gedämpft. Wegen der Terroranschläge in Frankreich und Belgien reisten ohnehin deutlich weniger Chinesen nach Europa. Und selbst in Hongkong, dem wichtigsten Exportmarkt der Eidgenossen, rauschten die Uhrenverkäufe in den Keller.

          Bei der Coin Watch von Corum besteht das Ziffernblatt aus einer goldenen 20 Dollar-Münze.

          Die traditionell auf hochwertige und teure mechanische Werke fokussierte Schweizer Uhrenbranche trifft die Marktschwäche besonders, denn ihr Weltmarktanteil beträgt vom Wert her 60 Prozent. Wie sich der Umsatzschwund in den Ergebnissen ausgewirkt hat, lässt sich in dieser verschwiegenen Branche nur schwer nachvollziehen. Selbst große Marken wie Rolex und Patek Philippe veröffentlichen keine Zahlen. Aber einen Anhaltspunkt liefert die Bilanz der börsennotierten Swatch-Gruppe, unter deren Dach rund 20 Marken angesiedelt sind, darunter Omega, Breguet, Blancpain, Longines und Tissot: Der Nettogewinn des Konzerns hat sich 2016 nahezu halbiert. Swatch erzielte allerdings immer noch eine Umsatzrendite von knapp 8 Prozent. Das zeigt, wie hoch das Profitabilitätsniveau in dieser Branche mit ihren prestigeträchtigen Produkten lange war und in Teilen immer noch ist.

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