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Babymoden : Erstausstattung für das (Royal) Baby

Charlotte-Effekt: Die Decke, in der Kate und William das Baby zeigten, ist schon ausverkauft. Bild: AP

Prinzessin Charlotte von Cambridge hat keine Strampler mit „Princess“-Aufdruck nötig. Alle anderen Babys übrigens auch nicht. Sieben Kinderlabels mit Designanspruch, die Eltern, Freunde und Verwandte kennen sollten.

          Bonton

          Das Puristische

          Muss man mögen: das Kurtahemd von Bonton
          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auf den ersten Blick könnte man dieses Leinenhemd auch einem Berliner Studenten mit WG-Zimmer in Kreuzberg zuordnen. Oder einem Pariser Berufsanfänger, der darin an einem Samstagmorgen irgendwo Kaffeetrinken geht. Jedenfalls muss einem gutes Design schon sehr am Herzen liegen, um das Kurtahemd für Babys in Blaugrau in seiner Einfachheit schätzen zu können - und dafür 72 Euro auszugeben (erhältlich im Online-Shop Smallable.com). Das dürfte selbst für die Herzogin von Cambridge, die immer mal wieder Designerteile mit Marken kombiniert, die es in jedem Einkaufszentrum gibt, eine Stange Geld sein. Andererseits handelt es sich bei Bonton eben um ein Luxuslabel für Kinder, die es nicht nötig haben, Luxus zu zeigen. Der Bonton-Gründer ist selbst so einer: Thomas Cohen ist Spross der Bonpoint-Familie, Pioniere, wenn es um das Thema Kinderkleider auf dem preislichen Niveau von Erwachsenenmode geht.

          Margherita

          Das Modische

          Elegant: die erste Kollektion aus dem Hause Missoni

          Früher kümmerte sich Margherita Missoni um die Accessoires des Hauses Missoni, das einst ihre Großeltern gründeten. Dann wurde sie Mutter und erkannte, dass der Job, selbst als Tochter im Familienunternehmen, mit Kindern kaum vereinbar ist. Also gründete sie ihr eigenes, gleichnamiges Label - für Kinder. Margherita macht aus der Not, Babys in Babymode zu stecken, eine Tugend: Die extragroßen Öffnungen an den Stücken sind nicht nur praktisch, sondern auch ein gewisser Bruch gegenüber den verspielten Rüschen, Kordeln, Borten und bunten Mustern. Dass Missoni aus einer großen Modefamilie kommt, vergisst man auch nicht, wenn man zwischen Fischen- und Streifenmustern wählt: Die erste Kollektion ist exklusiv im Modeonlineshop Yoox.com erhältlich.

          Petit Bateau

          Das Klassische

          Sicherer Griff: Mit Petit Bateau können Eltern beim einkleiden nichts falsch machen.

          Thema Einkaufszentrum: Prinz George wäre wohl kaum der Sohn der Herzogin von Cambridge, wenn er sich nicht hin und wieder in Petit Bateau zeigen würde. Da wäre zum Beispiel der Auftritt in der Petit-Bateau-Latzhose im Sommer vergangenen Jahres im Londoner National History Museum anlässlich seines ersten Geburtstags. Eltern auf der ganzen Welt muss das Herz aufgegangen sein, schließlich hatte ihr Kind bereits die gleiche kurze blau-weiß-gestreifte Latzhose im Schrank liegen. Das Label verkauft pro Jahr rund 30 Millionen Produkte. Und selbst wenn es nur eine ähnliche Latzhose von der Marke mit dem kleinen Boot war, die 1918 die erste kurze Unterhose für Kinder auflegte, kann man damit heute so gut wie nichts falsch machen.

          Oeuf NYC

          Das Nostalgische

          Retro: die Strickmütze von Oeuf NYC

          Wir erinnern uns: Letztes Jahr in der Krabbelstube in Neuseeland, die Prinz George auf der Frühjahrstour der Royals besuchte, trug er eine Latzhose von Rachel Riley mit Boots-Stickerei. Darin sah er aus wie sein Vater damals Anfang der achtziger Jahre, als der im Kleinkindalter mit seinen Eltern ebenfalls Neuseeland besuchte. Solche Retro-Momente lassen sich auch in der eigenen Familie inszenieren. Wie wäre es dazu mit der dunkelblauen Strickmütze der New Yorker Marke Oeuf?

          Mini-Rodini

          Das Exzentrische

          Zu unkonventionell für den royalen Nachwuchs: die Kleider von Mini-Rodini

          Gut möglich, dass sich Prinz George und Prinzessin Charlotte ähnlichen Kleiderordnungen fügen müssen wie ihre Mutter. Muster sind erlaubt, sofern es sich um Streifen, kleine Figuren oder ähnlich Dezentes handelt. Die Chancen stehen also schlecht, dass sich die kleine Prinzessin demnächst in Mini-Rodini zeigen wird, in Kleidern, auf denen ein ganzer Zeichentrickfilm zu laufen scheint. Allen anderen Kindern kann das nur recht sein: So sind die schönen Teile, die eine schwedische Illustratorin seit dem Jahr 2006 entwirft, zumindest nie ausverkauft.

          Sophia Webster

          Das Londoner

          Würden HRH-Füßen gut stehen: Sandalen von Sophia Webster

          Die Londoner Designer haben genug Sinn für das große Geschäft, um zu wissen, dass Kinderkollektionen heute dazugehören. Und wenn die Herzogin von Cambridge sich schon in einem Kleid von Roksanda Ilincic zeigt, dann trägt Prinzessin Charlotte mit ein bisschen Glück auch irgendwann die Variante für Mädchen. Bei den Schuhen mag es Kate konservativer, schlichte Jimmy-Choo-Pumps, Keilabsätze von L. K. Bennett, aber sollte sie doch irgendwann mal verrückt spielen wollen, kann sie zumindest ihrer Tochter ein Paar Sandalen der Londoner Schuhdesignerin Sophia Webster anziehen. Deren Neontöne, Graffiti- und Ethnomuster sowie bunte Kordeln dürften kleinen HRH-Füßen so gut stehen wie jenen von nebenan, auch in Norfolk, dem neuen Familiensitz.

          Powell Craft

          Das Britische

          Hätte auch Charlotte-Effekt verdient: die Pyjamas von Powell Craft

          Im Internet ist bereits die Rede vom „Charlotte-Effekt“. Als Erstes hat den das britische Traditionshaus Hurt & Son zu spüren bekommen. Die cremefarbene Decke des Unternehmens, in der Kate und William ihre Tochter vor dem Lindo Wing am Samstag vor einer Woche präsentierten, ist mittlerweile ausverkauft. Solche Umsätze beschert man als Royal natürlich am besten britischen Häusern. Auch das mehr als fünfzig Jahre alte Familienunternehmen Powell Craft fertigt Pyjamas, die so hübsch wie britisch sind, dass sie den „Charlotte-Effekt“ verdient hätten.

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