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Coronavirus in Italien : Armani-Schau in Mailand findet ohne Zuschauer statt

  • -Aktualisiert am

Models präsentieren im Februar Kreationen aus der Herbst/Winter Damenkollektion 2020/2021 des Modelabels Armani. Bild: dpa

Eine Modenschau ohne Zuschauer – das hat der italienische Designer Giorgio Armani für die Präsentation seiner Kollektion angekündigt. Nur im Netz wird sie übertragen. Zuvor hatten bereits sämtliche chinesischen Einkaufsgäste ihre Teilnahme abgesagt.

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          Das Corona-Virus wirkt sich auch auf die Mailänder Modewoche aus: Sämtliche chinesischen Einkäufer, Journalisten und Blogger haben ihre Teilnahme an der Mailänder Modewoche abgesagt. Nachdem die vom Virus betroffenen lombardischen Städte vor den Toren Mailands abgeriegelt worden sind, gab der Modedesigner Giorgio Armani am späten Samstagabend bekannt, dass er seine Kollektion für Herbst/Winter 2020 hinter verschlossenen Türen zeigen werde. Er wolle die Besucher keinen Gefahren auszusetzen.

          Anke Schipp
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Schau der Mailänder Modewoche, die am Montag zu Ende geht, soll am Nachmittag ohne internationale Presse und Einkäufer dennoch abgehalten und live im Internet gestreamt werden. Ebenfalls am Samstag wurde bekannt gegeben, dass die Mailänder Brillenmesse Mido, die vom 29. Februar bis 2. März an hätte stattfinden sollen, in den Sommer verschoben wird.

          Die Absage der chinesischen Teilnehmer ist für die italienischen Designermarken besonders schmerzhaft, da China für die Mode immer wichtiger wird und derzeit 35 Prozent des Luxusmarktes ausmacht, Tendenz steigend. Auch die Flagshipstores in den Mailänder Luxusstraßen rund um die Via Montenapoleone bekommen das Fehlen der chinesischen Touristen zu spüren, die rund 20 Prozent des Umsatzes ausmachen.

          Carlo Capasa, Präsident der italienischen Modekammer, erwartet laut dem Branchendienst WWD durch die Auswirkungen von Corona einen Rückgang an Einnahmen in der italienischen Luxusindustrie von 1,8 Prozent im ersten Quartal.

          Die Modehäuser versuchen, den Schaden gering zu halten. Auch um den chinesischen Einkäufern und Journalisten das Gefühl zu geben, weiter dabei zu sein, werden die Schauen der Modemarken jeweils live übers Internet gestreamt.

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