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Rechte an „Vantablack“ : So viel Schwarzmalerei

  • -Aktualisiert am

Anish Kapoor im Juni 2015 in königlicher Pose vor dem Schloss Versailles. Jetzt hat der indischstämmige Brite sich die Rechte an „Vantablack“ geischert. Bild: AFP

Ein Nanotechnologieunternehmen hat ein Schwarz entwickelt, das dunkler ist als alle bisherigen Schwarztöne. Die künstlerischen Rechte daran hat sich flugs ein berühmter britischer Künstler und Immobilienmagnat gesichert.

          Das fängt ja gut an. Da erfindet ein britisches Nanotechnologieunternehmen vor zwei Jahren ein Schwarz, das schwärzer ist als alles bisher Dagewesene (eher: von Menschenhand erschaffene), versetzt die Welt der Künstler und Designer in Aufruhr – und dann kommt einer und schnappt den Ton allen anderen weg.

          Denn die exklusiven Verwendungsrechte für die kreative Nutzung von „Vantablack“, einem Material aus vertikalen Karbon-Nanoröhren, das 99,96 Prozent des sichtbaren Lichtes schluckt, hat sich der britische Architekt, Künstler und Immobilienmagnat Anish Kapoor gesichert.

          Wie, fragen jetzt einige, kann es sein, dass sich einer eine ganze Farbe kauft? Zuletzt, das dürfte vielen geläufig sein, ließ sich Yves Klein im Jahr 1960 ein von ihm entwickeltes Blau in Frankreich patentieren. Nun ist Schwarz keine Farbe. Anish Kapoor hat sich vielmehr die Rechte an einem Material besorgt, das so schnell niemand kopieren kann.

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          So schwarz, dass man es fast nicht mehr sieht

          Was schade ist, denn auch für Möbeldesigner wäre es interessant: „Vantablack“ ist so dunkel, dass das menschliche Auge die Form eines derart schwarzen Objekts nicht mehr ausmachen kann, es erscheint zweidimensional. Und wie genial wäre das: ein Sessel, den man nicht als solchen erkennt – ein Lampenschirm wie ein schwarzes Loch?

          Nach Aussage Kapoors ist „Vantablack“ so schwarz, dass man es fast nicht mehr sieht. Manche Londoner wünschen sich jetzt, Kapoor möge doch den von ihm entworfenen Olympia-Turm in London damit streichen, damit sie den Bau endlich nicht mehr sehen müssen.

          So ein schwarzes Schwarz gab es noch nie: „Vantablack“

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