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Tweed und Jagdhunde auf der Krawatte: Alexander Gauland bewundert den Stil der Briten. Bild: Miriam Migliazzi & Mart Klein

Meine Wahl - Teil 4 : A very British German

Alexander Gaulands Stil wirkt oft aus der Zeit gefallen. Doch langweilig ist er nicht, wenn man genauer hinschaut. Ausgerechnet Motivkrawatten trägt der AfDler am liebsten.

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          Die Geschichte von Alexander Gaulands Krawatte beginnt im Oktober 1956. Da war der heutige AfD-Spitzenkandidat gerade 15 Jahre alt, saß in Karl-Marx-Stadt in der DDR vor dem Radio und hörte den deutschen Dienst der BBC. In Ägypten tobte die Suezkrise, und der Radiosprecher berichtete von einem politischen Krimi. Alexander war begeistert.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Das hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen, wie objektiv die BBC auch über die Fehler der eigenen Regierung berichtet hat“, sagt Gauland heute. Es war der Beginn einer lebenslangen Liebesgeschichte zwischen dem deutschen Politiker und dem Vereinigten Königreich (wo die BBC Politiker wie ihn heute als Vertreter einer „nationalistischen Partei“ bezeichnen).

          Viel später, in den achtziger Jahren, fuhr Gauland mit dem Auto durch Sussex. In Lewes, dem Verwaltungssitz der Grafschaft, gab es einen Krawattenladen, der auch Motivkrawatten verkaufte, wie sie damals in Mode waren. Gauland hielt an, ging rein, sah die grüne Krawatte mit den gelben Jagdhunden und griff zu. Er hat bis heute nur ein Exemplar dieser grünen Krawatte mit den gelben Hunden.

          Eine Art historischer Sehnsuchtsort?

          Ganz gleich, wo er zu sehen ist, ob im Fernsehen, auf Parteitagen oder in Vorstandssitzungen seiner Partei - er trägt sie sehr oft. Sie ist, neben den britischen Tweed-Jacketts, den englischen Möbeln im Adam-Stil in seiner Wohnung und der Jaguar-Limousine, so etwas wie sein Markenzeichen geworden. Er trägt sie mit einfachem Windsor-Knoten, im Wechsel mit einer blau-roten Clubkrawatte.

          „Das Britische ist mir immer sehr sympathisch gewesen, der Möbelstil hat nicht dieses Schwere, das er in Deutschland haben kann“, sagt Gauland. „Der berühmte Adam Style aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ist das Eleganteste, was man sich vorstellen kann.“

          Man könnte geradezu ins Phantasieren geraten. Schließlich waren die achtziger Jahre jene Zeit, in der Nationalkonservative noch ihren festen Platz in der CDU hatten. Ist die Krawatte also eine Art historischer Sehnsuchtsort? Ein dezentes Statement, in welchem Jahrzehnt er sich eigentlich zu Hause fühlt? „Damit hat das überhaupt nichts zu tun“, sagt Gauland. „Mir gefiel die Farbe einfach.“

          Neulich äußerte er sich auch offiziell zu seinem Erscheinungsbild. In einer Presseerklärung der Brandenburger AfD-Fraktion kritisierte er eine Kampagne von Nachwuchsorganisationen anderer Parteien, die „Bunt statt Grauland“ hieß und einen Mann im dunkelgrauen dreiteiligen Anzug zeigte. Es hätten sich in die Kampagne „einige ärgerliche Fehler eingeschlichen“, schrieb Gauland. „Ich trage zwar gern Tweed-Jacketts, aber bestimmt keine dreiteiligen Anzüge. Und auf meiner Krawatte sind Hunde abgebildet und keine Punkte.“

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