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Stilikone Alexa Chung : Herself

„Ich wollte die Kontrolle über mein Schicksal“: Alexa Chung Bild: Hersteller

Alexa Chung ist berühmt, weil sie sich gut anziehen kann. Wie die britische Stilikone jetzt ihre eigene Modemarke aufbaut.

          Die Alexa-Chung-Begrüßung geht so: Sie gibt ihrem Gegenüber die Hand, schaut ihm in die Augen, dann wandert ihr Blick weiter und bleibt am Revers des Mantels haften. „Was genau geht da vor sich? Ich meine Ihren Mantel, darunter der Blazer...“ Für die meisten Menschen mag die Kombination ein einfacher Zwiebel-Look sein, was man an einem kalten Tag eben anzieht, wenn morgens noch nicht feststeht, ob der Tag kühl bleiben oder die Sonne noch rauskommen wird. Alexa Chung aber schaut anders auf Mode.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sie prüft die Kombination aus Kleidern, in denen ein Mensch steckt, auf ihre stilistische Beschaffenheit. Vielleicht gehört das dazu, wenn man Stilikone sein will. Alexa Chung ist eine. Sie gehört zu den wichtigsten, die Großbritannien im Moment zu bieten hat, ein Land, dem es an stilistischen Vorbildern nicht mangelt. Das könnte mit dem Standesbewusstsein der Briten zu tun haben, mit der Jugendkultur oder einfach der größeren Begeisterung für Äußerlichkeiten.

          Jedenfalls war da vor langer Zeit einmal Wallis Simpson, dann kamen Twiggy, Marianne Faithfull, später Kate Moss, Sienna Miller, die Herzogin von Cambridge und die Herzogin von Sussex. Irgendwo dazwischen ist Alexa Chung zu verorten. Seit einem Jahrzehnt ist sie nicht nur wegen ihres Aussehens berühmt, sondern vor allem dafür, was sie daraus macht.

          Wenn Kate Moss ihren Anteil am Erfolg von Skinny Jeans und Gummistiefeln hatte, können die Mitarbeiter der Regenjackenmarke Barbour und eigentlich jeder Hersteller von Penny-Loafer-Schuhen Alexa Chung danken, dass sie diese Teile aus der Mottenkiste geholt hat. Als sie um 2007 begann, vor allem wegen ihres Styles bekannt zu werden, nannte man solche Menschen – meistens waren es Frauen – It-Girls. Alexa Chung schrieb sogar ein Buch mit diesem Titel: „It“.

          Spiegel ihrer selbst: Models präsentieren im September 2018 in London die Mode von Alexa Chung.

          Der Alexa-Chung-Stil

          Das war vor sechs Jahren, es ging darin um sie selbst, ihre Pferdeliebe, ihre eigenen Stilvorbilder, dazwischen gab es viele Kinder- und Jugendfotos. Im voranschreitenden digitalen Zeitalter wurden aus It-Girls dann Influencerinnen, die über Instagram Trends setzen. Alexa Chung ist noch immer da – und jetzt eben Influencerin. Ihren Einfluss sieht man dieser Tage an den vielen herausgewachsenen Bob-Frisuren. Eigentlich sind es Zottelhaare. Aber sie hat das als erste so getragen, und dann stimmt das auch so.

          Die Frau mit den Zauselhaaren und der markanten Augenpartie, die – wie ihr Name – auf ihre Wurzeln hinweist, auf die englische Mutter und den chinesischen Vater, bittet nach der Begrüßung und dem prüfenden Blick in eine Sitzecke. Man trifft sie an diesem Tag nicht in London, sondern in einem Showroom am linken Seine-Ufer in Paris. Um die Sofas sind Dutzende Kleiderständer aufgebaut, Tische, Spiegel. Einkäufer fotografieren und notieren, Models gehen durch den Raum.

          Ihre Kleider entsprechen dem Alexa-Chung-Stil, sehen ein bisschen so aus, als wären sie 30 oder 40 Jahre alt und trotzdem wieder modern, und haben zugleich etwas Maskulines. Ziemlich viele Referenzen sind hier gebündelt, der Gesamteindruck ist entsprechend unperfekt. Soll er auch sein. Wenn sich die Haare sträuben und der Eyeliner verwischt ist wie nach einer durchzechten Nacht: umso besser.

          Sie kann nicht für immer nur eine Influencerin sein. Das hat Alexa Chung selbst irgendwann erkannt. Daher multipliziert sie ihren Stil jetzt und baut die eigene Marke aus – zur Modemarke mit ihrem Namen.

          Der Promi-Bonus hilft in der Modebranche

          Alexa Chung ist 35 Jahre alt, vor drei Jahren hat sie ihr Label in London gegründet, in De Beauvoir Town im Nordosten der Stadt, wo sie auch selbst wohnt. 30 Leute arbeiten jetzt für sie, und wenn dieser Tag während der Einkaufssaison in Paris Aufschluss geben kann über die Geschäfte, dann läuft es ganz ordentlich.

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