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Gemeinsam mit der ukrainischen Modemarke Gudu entwarf die Fluggesellschaft Sky Up leuchtend orangene Hosenanzüge. Bild: skyup.aero/Instagram

Flugbegleiter-Uniform : Sky Up tauscht High Heels gegen Sneaker

  • -Aktualisiert am

High Heels und ein perfekt sitzender Dutt sind bei vielen Airlines obligatorisch – bis jetzt. Die ukrainischen Billig-Fluglinie Sky Up bricht mit der Tradition.

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          Ein perfekt sitzender Dutt, akkurates Make-up, Rock und High Heels: Flugbegleiterinnen verkörpern bis heute für viele die makellosen Schönheiten der Lüfte. Zwischen Handgepäck, Passagieren und Speisewagen erfüllen sie jedes weibliche Klischee – und das ist genauso vorgeschrieben. Wie ihre Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter aussehen müssen, legt jede Fluglinie zwar individuell fest, in einigen Punkten überschneiden sich jedoch die Uniformordnungen. Das Tragen der sogenannten „pillbox“, der traditionellen Kopfbedeckung, ist oftmals genauso festgeschrieben wie das Halstuch und der Rock mit High Heels – bis jetzt. Die ukrainische Billig-Airline Sky Up fand das nicht mehr zeitgemäß und präsentierte Ende Juli die neuen Uniformen ihres Bordpersonals.

          Ab Herbst sind schmerzende Füße und Nylon-Strumpfhosen für ihre Flugbegleiterinnen Geschichte. Gemeinsam mit der ukrainischen Modemarke Gudu entwarf die Fluggesellschaft leuchtend orangenfarbene Hosenanzüge. Dazu gibt es einen Trenchcoat aus italienischem Eco-Leder und weiße Nike Air Max Sneaker. „Die Zeiten haben sich geändert und vor allem Frauen haben sich verändert“, schreibt Sky Up auf seinen Social-Media-Kanälen. Man wolle „Freiheit, Individualität und natürliche Schönheit“ betonen.

          Geschlechterneutralität erhitzt die Gemüter

          Die Airline habe die neuen Uniformen basierend auf Umfrageergebnissen unter Flugbegleiterinnen entworfen. Sie seien Ausdruck ihrer neuen Vision: Sky Up Champions – wie die Crew des Unternehmens genannt wird. Sie spiegelt sich auch in der Uniformtrageordnung wider. Die Fluggesellschaft setzt zukünftig auf ein natürlicheres und lockereres Auftreten ihrer Mitarbeiter. Der perfekt sitzende Dutt findet dort keinen Platz mehr ebenso ist das strenge Halstuch passé. Stattdessen wird ein Seidentuch, das in Kooperation mit der ukrainischen Marke Gunia Project entstanden ist, auf der Schulter angesteckt.

          Die strengen Regeln, die das Aussehen von Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern festschreiben, sorgten in der Vergangenheit immer wieder für heftige Diskussionen. Besonders das Thema Geschlechterneutralität erhitzt die Gemüter. Dabei verabschieden sich immer mehr Airlines von dem klassischen Stewardessen-Stil und erlauben ihrer weiblichen Besatzung zum Beispiel auch das Tragen von Hosenanzügen – High Heels bleiben aber meist noch Pflicht. Neben Sky Up setzt die seit Sommer neue isländische Fluggesellschaft Play auf einen legeren Look und erntete dafür neben reichlich Applaus auch Kritik: Die neue Kleidung wirke unprofessionell und unangemessen – und bestätigt damit die Angst vieler Airlines. Die Unisex-Street-Wear-Uniform kommt neben weißen Sneakern und bunten Anzügen mit rote Sonnenbrillen daher und verzichtet auf Anweisungen, was Make-Up, Frisur, Tattoos oder Nagellack angeht.

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