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Adidas Yung 1 : Hässlich ist das neue Schön

Dem Hype entsprechend: Der Adidas Yung 1 Frieza aus der Dragon Ball Z Kollektion. Bild: Aylin Güler

Manch einer spricht von Geschmacksverirrung, aber an Ugly-Dad-Sneakern führt kein Weg mehr vorbei. Um die angesagtesten Modelle zu bekommen, muss man sich den Wecker schon mal auf 23.58 Uhr stellen. Die Kolumne Sneak around.

          Wenn es um Sneaker geht, sind sich die Designer so einig wie selten: Hässlich ist das neue Schön. Fette Sohlen wie in den Neunzigern sind der Schuhtrend der Saison. In der Szene heißen diese Schuhe dad sneaker, denn als Inspiration diente ein Modell, das früher gern von Vätern getragen wurde – oft in Kombination mit einem Adidas-Zweiteiler. Manch einer spricht dabei von Geschmacksverirrung. Aber Sneaker mit auffälligen Farbkombinationen und chunky Sohle sind seit einer ganzen Weile ein Trend – und spätestens jetzt führt kein Weg mehr daran vorbei.

          Aylin Güler

          Redakteurin für Social Media.

          Nicht nur Adidas, Nike & Co. verfielen der Strömung, sondern auch Luxusmarken wie Prada, Chanel und Louis Vuitton. Den Anfang machte die Pariser Marke Balenciaga mit dem Modell Triple S (leider nicht in meiner Schuhsammlung zu finden), das 2017 zum ersten Mal herauskam und seitdem ständig ausverkauft ist. Stolze 695 Euro kostet das Kultpaar – bei Auktionen werden sogar bis zu 1000 Euro bezahlt.

          Ich habe lange gebraucht, um herauszufinden, was ich von diesen „Monstertrucks“ am Fuß halten soll. Letztlich hat mich nur der Adidas Yung 1 überzeugt. Den Schuh zu bekommen war anfangs gar nicht so einfach, denn Influencer tragen den Trendsneaker rauf und runter und sorgten dafür, dass er wochenlang ausverkauft war. Tagelang habe ich mir den Wecker auf 23.58 Uhr gestellt, um pünktlich um Mitternacht die Schuhe in meinen Warenkorb zu legen – vergeblich.

          Unverkennbar: Der Schuh ist Teil einer Kooperation mit Dragon Ball Z.

          Doch schon bald kam Adidas dem Hype hinterher und brachte den Yung 1 in mehreren Farbkombinationen auf den Markt – und auch ich hatte Ende September endlich Glück bei dem Modell Frieza. Der Schuh ist Teil der Kooperation mit Dragon Ball Z. Na, wisst ihr noch? Die japanische Anime-Serie, auf die so viele Kinder in den neunziger Jahren abfuhren?

          Sneaker statt Sammelkarten

          Damals dealten die Kids aber nicht mit Sneakern, sondern mit Sammelkarten auf dem Schulhof, bevor um 15 Uhr die neueste Folge „Dragon Ball Z“ auf RTL II geschaut wurde. Ich habe da übrigens nicht mitgemacht, nicht nur weil meine Mutter die Serie pädagogisch nicht wertvoll fand, sondern weil ich mein Taschengeld lieber für Diddl-Blöcke ausgegeben habe. Die Schuhe aus der Kollektion finde ich aber großartig.

          Seinen Ursprung hat der Adidas Yung 1 im Falcon Dorf, einem Modell, das in den späten neunziger Jahren in Herzogenaurach entwickelt wurde. Das Makeover hat eine sehr breite Silhouette, daher fällt der Schuh eine halbe Nummer größer aus. Meine Freundin Jue behauptet, dass das Fake-News sind. Ich glaube, dass sie einfach nur komische Füße hat – die Schuhe fallen wirklich total groß aus!

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          Der Yung 1 ist bequem und lässt mich mit meinen stolzen 1,67 Metern sogar größer wirken – ja: leider nur wirken, aber immerhin. Am liebsten kombiniere ich meine ugly sneaker zu einem schlichten Outfit, damit das Augenmerk auf die markanten Schuhe gerichtet ist. Allerdings sehe ich klobige Sneaker auch immer wieder in Kombination mit gewagteren Outfits. Falls ihr also super hip sein wollt, tragt eure Nineties-Sneaker jetzt zum schicken Anzug oder zu bunten Kleidchen. Aber auf keinen Fall im Fitness-Studio: Verletzungsgefahr!

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