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Lagerfeld zeichnet für die F.A.Z. : Breuninger? Was machen die?

Exklusiv für die F.A.Z. zeichnete Karl Lagerfeld dieses Bild, das auf seinen Auftritt bei „Wetten dass ...?“ anspielt. Bild: Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld hat sich am Samstag bei „Wetten dass...?“ ganz schön blamiert, weil er den Namen Breuninger nicht kannte. Das hat er nun wieder gutgemacht – exklusiv in der F.A.Z.

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          Karl Lagerfeld kennt so viele Menschen, dass er niemanden mehr kennen muss. Über Heidi Klum sagte er vor zwei Jahren: „Die war nie in Paris. Die kennen wir nicht.“ Als ihn vor einem halben Jahr eine Reporterin in Düsseldorf fragte, ob er „bad hair days“ kenne, fragte er zurück: „Wer ist die Dame denn?“ Und als er am vergangenen Samstag beim letzten „Wetten, dass . .?“ von Thomas Gottschalk auf dem Sofa saß – da kannte er den Namen Breuninger nicht, der doch in Stuttgart, wo das Modekaufhaus sitzt, so weltbekannt ist, dass man ihn sogar in Friedrichshafen kennt, wo die Samstagabend-Show des ZDF spielte.

          Alfons Kaiser
          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Als Gottschalk seinen Gast darauf ansprach, dass er ja nun ein Casting mache für eine ehrbare deutsche Firma, nämlich Breuninger, da schaute Lagerfeld überrascht – denn das Casting für die neue Linie „Karl“, die Breuninger von Februar an verkauft, macht Lagerfeld natürlich nicht persönlich, er wird sich nur mit dem ausgewählten Model für den Breuninger-Katalog fotografieren lassen. Als Gottschalk nachsetzte, „die machen eine neue Linie mit Dir“, war der Modeschöpfer vollends verwirrt, weil er Breuninger nun für den Fabrikanten einer seiner vielen Modelinien halten musste: „Breuninger? Was machen die? Den Namen kenne ich nicht.“ Um hinzuzufügen: „Ich mache drei neue Linien, also weiß ich nicht, welche von den dreien vielleicht von Leuten fabriziert wird, die Breuninger heißen.“

          In modischen Blogs und schwäbischen Zeitungen war also am Sonntag und Montag die Hölle los. Die „Stuttgarter Nachrichten“ mutmaßten, seine Sofa-Nachbarin Jessica Biel haben ihn durcheinandergebracht. Ein Blog schloss auf Altersdemenz. Ein Breuninger-Sprecher bekräftigte: „Die Kooperation mit Lagerfeld steht!“ Und der Chefredakteur der „Textilwirtschaft“, Jürgen Müller, ließ auf seinem Blog abstimmen über den „Breuninger-Blackout“. Eine Antwort-Möglichkeit: „Genial, Karl! Ein abgekartetes Spiel. Super-Publicity für Breuninger.“

          Für so durchtrieben muss man Karl Lagerfeld wirklich nicht halten. Gottschalk hatte ihn durch seine Idee davon, dass man in Stuttgart Mode „macht“, schlicht auf die falsche Fährte geführt. Insofern führt folgende Antwort-Möglichkeit weiter: „Die Markenrechte gehören nicht Lagerfeld, sondern Apax. Die will bei Gottschalk aber keiner sehen.“ Denn den Vertrieb der drei neuen Linien Lagerfelds (die er neben seiner Tätigkeit als Chanel- und Fendi-Chefdesigner mal eben in die Welt setzt) übernimmt der Modeschöpfer nun wirklich nicht auch noch selbst. Das ist Sache von Pier Paolo Righi, dem neuen Chef der mehrheitlich zum Apax-Fonds gehörenden Lagerfeld-Gruppe, der für die Linien dreistellige Millionenumsätze erwartet, Lagerfeld nun auch für Fossil Uhren entwerfen lässt und über Lizenzen für weitere Produkte verhandelt.

          Insofern muss sich Karl Lagerfeld, der am Samstag noch während der Show das Durcheinander durchblickte, es aber schlecht rückgängig machen konnte, auch gar nicht mehr äußern. Auf unsere Anfrage hin griff er vielmehr zum Stift und ging seiner eigentlichen Profession nach – nämlich zu zeichnen statt in Stuttgart Kleider zu verkaufen. Seine Antwort auf dem Breuninger-Blackout zeichnete er exklusiv für diese Zeitung. Stuttgarter Zeitungen können aber gerne Lizenzen erwerben.

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