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Lagerfelds Karlikatur : ¡Hasta la victoria siempre!

Angela Merkel: „Ich muss wohl auch bald eine Reise nach Cuba vorbereiten“. Bild: Karl Lagerfeld

Das Tauwetter zwischen Amerika und Kuba nimmt Karl Lagerfeld zum Anlass, sich Gedanken über das deutsch-kubanische Verhältnis zu machen. Und so scheint eine Folklore-Kanzlerin in guter sozialistischer Manier den Weg zu weisen: Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

          Die Annäherung zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten setzt Phantasien frei. Sollte nicht auch Deutschland beherzt auf den kriselnden Kommunistenhort zugehen? Sollte die Bundeskanzlerin nicht den Niedergang des greisen Castro-Regimes aus nächster Nähe begleiten? Oder will sie den historischen Moment in der Sauna verschwitzen wie einst den Mauerfall? Nein, dann doch lieber bauchfrei unter Gottes Sonne auf der atheistischen Zuckerinsel.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Die Idee für eine solche Dienstreise hat unser Zeichner Karl Lagerfeld geboren, der selbst Grenzen überwindet und der Kanzlerin eine Trainingshose mit drei Streifen verpasst, die nicht aus eigener Produktion stammt, sondern aus Herzogenauracher Wertarbeit. Die sonst so unifarbene Angela Merkel hat der Modeschöpfer mit einer farbenfroh gerüschten und palmenbesetzten Bluse ausgestattet, die eher von den mobilen Händlern des Malecón als aus den Dachateliers der Rue Cambon stammt.

          Für Kuba sind das noch längst nicht genug Insignien der Macht. Daher trägt die Folklore-Diplomatin in der Einparteienrepublik noch ein Accessoire, bei dessen Anblick karibische Autonarren Sterne sehen. Die Brosche im schwarz-rotgoldenen Turban weist wie ein Zielkreuz den Weg in eine bessere Zukunft. ¡Hasta la victoria siempre!

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