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Ferien in der Stadt : Wir feiern den Sommer zu Hause

Auch zu Hause können die Sommerferien ein großer Spaß für die Familie werden – vorausgesetzt man hat gute Ideen. Bild: Max Kesberger

Sechs Wochen können lang werden, wenn man nicht in den Urlaub fährt. Dabei kann man auch in der Stadt tolles Ferienprogramm gestalten. Das sind die schönsten Ideen.

          Alle Jahre wieder tauchen im Sommer die tröstenden Tipps für die Daheimgebliebenen auf und die Idee, seinen Wohnort mit den neugierigen Augen eines Fremden wahrzunehmen. Das hört sich einigermaßen albern an, aber mit Kindern wird ein Schuh draus: Wir spielen Tourist in der eigenen Stadt, so deklarieren wir den Freizeitplan.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Manche Kinder kennen die Strände Mallorcas, sind je nach elterlichem Budget ins Disneyland gereist, waren aber noch nie auf den Hausbergen oder -hügeln, sind nie mit dem Schiff auf dem Wannsee gefahren oder durch die Villa Hügel oder Burg Giebichenstein gestreift. Sie kennen ihre Heimat oder Wahlheimat nicht, weil ihrer reisefreudigen Familie nicht bewusst ist, wie nah das Gute liegt. Erst, wenn Gäste anreisen, spielen wir den Fremden- führer und stellen erstaunt fest, welche Schätze vor der Haustür liegen. Diese gilt es zu heben, dabei hilft eine Familienkarte für den öffentlichen Nahverkehr.

          Hauptsache Wasser

          Kostenlos ist ein Tag im Wald, ausgerüstet mit Picknick und leichtem Gepäck ist dort Platz ohne Ende und gute Luft. Wem die deutsche Waldeslust, emotional gefeiert in Büchern und Seminaren, zu viel geworden ist, der sucht mit dem Nachwuchs eine Wasserstelle auf. Ein Fluss, ein See, ein Bach oder ein Teich, egal, Hauptsache, wir sind am Wasser. Dort Spaß zu haben ist kinderleicht. Steine springen lassen, Staudämme bauen, Boote basteln und mit oder ohne Fracht losschicken und natürlich Schuhe und Socken ausziehen und hineinwaten. Fehlt die Zeit oder Energie für einen kleinen Ausflug, ist eine gefüllte Plastikwanne besser als nichts.

          Vielleicht ist es in der Rückschau verklärter Kitsch: Aber die Freude der Kinder an der Plantscherei in einem 20 Euro-Plastikbecken auf dem gepflasterten Hof scheint gigantisch zu sein im Vergleich zu späteren Ausflügen in Spaßbäder mit Whirlpoolschnickschnack. Am Wasser gilt eine Regel: Einer der Erwachsenen hält die Kinder, vor allem natürlich diejenigen, die noch nicht schwimmen können, im Blick. Das ist nicht verhandelbar, Kleinkinder können bereits in einer Handbreit Badewannenwasser ertrinken. Dieser Wasserwachtposten geht gerechtigkeitshalber reihum. Endet der Tag mit einem Lagerfeuer, ist das besonders schön. Im Internet lässt sich problemlos recherchieren, was wo entfacht werden darf.

          Blitzeis selbst machen

          Der Eispreis beim Italiener um die Ecke ist eine glatte Unverschämtheit, selbst in der Provinz geht es ab 1 Euro je Kugel los. Obwohl Oma gutmütig das Kleingeld für ihre Enkel hervorkramt, fällt stets der verärgerte Satz: „Dafür gab es in meiner Kindheit jeweils eine große Waffel für uns vier.“ Die Schwiegertochter mag das nicht mehr hören und ist bei Chefkoch.de auf ein köstliches Blitzrezept gestoßen: 1 Dose gezuckerte Kondensmilch, 2 Becher Schlagsahne (400 Gramm), je nach Geschmack 1 El Zimt, 2 El Nuss-Nougat-Creme, 2 El Zitronensaft, 2 El Schokoraspel, eine pürierte Mango oder andere Früchte untermischen.

          So wird es gemacht: Sahne sehr steif schlagen, die Kondensmilch hinzufügen und mischen. Nun folgen je nach Vorliebe die Extras wie Früchte oder Schokoflocken. Alles in eine Kunststoffbox füllen und mindestens sechs Stunden tiefkühlen. Simpel, aber Favorit der Testkinder ist das Wassereis: Bananensaft in Plastikbecher füllen, Holzstäbchen hinein, ab ins Gefrierfach. Wir könnten damit eine Mini-Manufaktur betreiben.

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