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Weiblicher Zorn : Wie gefährlich ist die wütende Frau?

  • -Aktualisiert am

Klare Botschaft: Protestlerin bei einer „MeToo“-Demonstration in Paris Bild: EPA

Wütende Männer gelten als dominant, wütende Frauen dagegen als hysterisch oder zickig. Das Zeigen dieser Emotion bedeutet für sie einen Statusverlust. Dabei kann der weibliche Zorn eine sehr nützliche Waffe sein.

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          Man kann der wütenden Frau ein Gesicht geben. Das von Greta Thunberg, die sich mit zornigem Blick für die Umwelt einsetzt. Das der amerikanischen Aktivistin Tarana Burke, welche mit starker Stimme und verärgerter Miene die MeToo-Bewegung nach vorne gebracht hat. Auch das der Feministin Teresa Bücker, die ihre Wut über gesellschaftliche Ungerechtigkeiten hierzulande ruhig und mit sachlichem Gesichtsausdruck vorbringt.

          Man muss der wütenden Frau aber kein Gesicht geben. Denn sie ist gerade überall. Sie demonstriert auf den Straßen von Los Angeles, Berlin oder Paris, gegen den Klimawandel, für Geschlechtergerechtigkeit, #MeToo und #BlackLivesMatter. Man findet sie in deutschen Büros, wo sie sich über den Pay-Gap ärgert und darüber, dass der Chefsessel für sie schwerer zu erklimmen ist. Oder im Privaten, wo sie frustriert ihre Kinder beim Heimunterricht betreut, weil seit Corona doch sie zu Hause bleibt. Die wütende Frau weint vor Zorn, lacht vor Wut und ärgert sich manchmal ganz leise. Weil sie weiß, dass ihre Rage ihn auf die Palme bringt.

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