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Netz-Vorbilder : Was taugen Fitness-Blogger?

  • -Aktualisiert am

Gute Vorsätze: Zum Jahresbeginn haben Fitnessvideos Hochsaison. Kristin Woltmann dreht die Filme für ihre Leser ganz einfach zu Hause. Bild: Verena Meier

Auf Websites wie „EatTrainLove“ oder „Beingfitisfun“ geben Aficionados allerlei Tipps zu Sport, Ernährung und Lifestyle, und ständig werden es mehr. Aber bringt das was?

          7 Min.

          Die Stille auf der Straße oder im Wald ist absolut magisch. Niemand ist da draußen. Ihr seid vollkommen mit euch allein. Und das gleichmäßige Geräusch des Regens treibt euch voran …“ Wenn Bloggerin Kristin Woltmann, 30, den Motivations-Turbo zündet, möchte man am liebsten sofort loslaufen – egal, wie schlecht das Wetter gerade ist.

          Woltmann, halblange blonde Haare, schlank und durchtrainiert, bloggt seit vier Jahren unter „EatTrainLove“ über Fitness, Ernährung und Selbstfindung. Sie arbeitet im Online-Marketing eines großen Unternehmens. Vor einigen Jahren stemmte sie nebenbei noch ein Fernstudium. Vom vielen Schreibtischsitzen bekam sie Rückenschmerzen. Sie wollte gesünder leben und berichtet seitdem im Internet über ihre Erfahrungen.

          Blogs wie der von Kristin Woltmann stehen mittlerweile an erster Stelle, wenn es darum geht, sich über Fitness zu informieren. Jeder Dritte unter 45 gab bei einer Umfrage 2015 an, Fitness-Blogs zu lesen. Auch Apps und soziale Medien sind als Informationsquellen gefragt. Vor allem bei Jüngeren sind Zeitschriften, Sportstudios oder Bekannte immer weniger gefragt als Fitness-Ratgeber. Aber ist es eine gute Idee, sich mit Hilfe von Blogs zu informieren? Stimmt die Qualität?

          Die Zahl der Blogs jedenfalls steigt seit Jahren. Beliebt bei Bloggern sind Lifestyle-Themen wie Ernährung, Mode oder Neuigkeiten aus der digitalen Welt. Wie viele Blogs es genau sind, weiß niemand. Es gibt kein Verzeichnis, das alle erfasst. Und die Qualität? „Blogger sind in ihren jeweiligen Themenbereichen oft sehr kompetent. Es gibt nur wenige inhaltlich schlechte Blogs“, sagt Michael Schenk, Professor für Kommunikationswissenschaft und Sozialforschung an der Uni Hohenheim.

          Das Zimmer ein Mini-Fitnessstudio

          Der Anspruch steigt, wenn Fitness-Blogger als Trainer agieren, indem sie zum Beispiel Workout-Videos zum Nachmachen anbieten. Auch Woltmann hat auf Youtube Videos hochgeladen. Die Workouts stellt sie selbst zusammen: eine Mischung aus Yoga und hochintensivem Intervalltraining. Die Videos dreht sie bei sich zu Hause, in einem Zimmer, das wie ein Mini-Fitnessstudio ausgestattet ist. Es gibt dort einen großen Ball, Hanteln, einen Schwingstab und sogar einen Vibrationstrainer.

          Auf einem Sideboard steht ein kleines Stativ. Darauf befestigt Woltmann ihr Smartphone und startet die Video-Funktion. Sie setzt sich im Schneidersitz auf eine lilafarbene Trainingsmatte und spricht routiniert in die Kamera. „Hi, hier ist Kristin Woltmann von ,EatTrainLove‘. Ich habe heute ein neues Workout für euch mitgebracht.“

          Sie zeigt sechs Übungen, immer abwechselnd eine anstrengende und eine entspannende. Sie startet in der Brettposition mit aufgestellten Armen, zieht die Knie im Wechsel nach vorne, erst langsam, dann immer schneller, insgesamt 60 Sekunden lang. Woltmann ist ausgebildete Yoga-Lehrerin, sie weiß, wie man die Übungen richtig vormacht.

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