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Alterspsychiatrie und Corona : „Die Patienten dachten, sie kämen in das Todeszimmer“

  • -Aktualisiert am

Zwiefalten, Baden-Württemberg: Auf der Station 3051 des psychiatrischen Landeskrankenhauses werden Menschen betreut, die älter als 65 und psychisch erkrankt sind. Bild: Philipp von Ditfurth

Was macht eine Pandemie mit denen, die sie nicht verstehen? Und was bedeutet das für die Pflegenden? Ein Besuch in der Klinik Zwiefalten.

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          Noch ist es dunkel in den Zimmern auf Station 3051, noch ist es der Schlaf, der den Geist in Vergessen wiegt. Der beißende Geruch nach Desinfektionsmittel verheimlicht Schweiß und Urin. Katharina Vogt* bindet ihre langen Haare zu einem Zopf, zieht die Schlaufen der Atemschutzmaske über ihre Ohren. Das strahlende Weiß betont die Schatten unter ihren Augen. Ihre Schicht beginnt, acht Stunden, nach deren Ablauf Vogt keine Kraft mehr für den Rest des Tages haben wird.

          Um 6.30 Uhr löst der Frühdienst den Nachtdienst ab. Übergabe im Stationsbüro. „Frau Lechner ist schwingungsfähig, hat gut mitgeholfen beim Waschen heute.“ – „Herr Bosig ist seit gestern wieder da, er hat wiederholt Ängste geäußert, dass Herr Hoffmann ihn bedrohe.“ – „Herr Christ soll heute entlassen werden, verweigert aber vehement den PCR-Test.“ – „Der sollte doch schon gestern entlassen werden.“ – „Schon, aber ohne PCR-Test nimmt das Heim ihn nicht auf.“ – „Dann versuchen wir es heute noch mal.“

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