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Zeitalter des Mikrobioms : Warum wir uns mit den Bakterien in uns versöhnen müssen

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Er muss nicht gleich so gereinigt werden, wie dieser Parkplatz in Tel Aviv – aber wir Menschen sollten uns mit den Prozessen in unserem Körper besser beschäftigen. Bild: AFP

In das nur scheinbar schmutzige Geschäft unseres Körpers ist eine Vielzahl von Mikroorganismen eingeschaltet – von deren Gedeih und Verderb unsere Gesundheit und unsere Stimmungen abhängen. Wir leben mit ihnen in Symbiose.

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          Lange Zeit war es das Privileg von Eltern kleiner Kinder, in aller Öffentlichkeit über Fäkalien zu sprechen. Das hat sich geändert, seitdem Sachbücher wie „Darm mit Charme“ die Bestsellerlisten erobert haben. Durch sie sind Verdauung und Ausscheidungen zu einem Thema geworden, das engagiert in Talkshows und Abendgesellschaften diskutiert wird. Der Darm, so lautet die Kernbotschaft, ist ein „unterschätztes Organ“: In das nur scheinbar schmutzige Geschäft des Körpers ist eine Vielzahl von Mikroorganismen eingeschaltet, von deren Gedeih und Verderb unsere Gesundheit und unsere Stimmungen abhängen. Wir leben mit ihnen in Symbiose.

          Die Biologie ist heute dazu übergegangen, nicht nur den Darm, sondern das Mikrobiom selbst als Organ anzusehen. Das Mikrobiom umfasst die Gesamtheit der einen Organismus besiedelnden Mikroorganismen. Von der Haut über den Mund bis in den Magen gibt es beim Menschen kaum Körperareale, in denen nicht Teile des Mikrobioms ansässig sind und lebenswichtige Dienste erbringen. Die Kolonien im Darm sind bloß am dichtesten besiedelt und für den Stoffwechsel besonders wichtig. Im Unterschied zu Leber, Herz und Nieren handelt es sich beim Mikrobiom somit um ein hochgradig verteiltes und obendrein unsichtbares Organ. Dennoch lässt es das organologische Bild plausibel erscheinen, mit dem Mikrobiom etwas zu machen, was in Bezug auf andere Organe im 20. Jahrhundert zur Selbstverständlichkeit geworden ist: es zu transplantieren.

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