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Der Diamantring gehört auch zu den Heiratsanträgen von heute dazu. Bild: Picture Alliance

Die Hochzeitsserie – Teil 1 : Wann fragt er endlich?

Der klassische Heiratsantrag erlebt gerade ein Comeback. Egal wie gleichberechtigt das Paar sonst lebt: Der Mann soll mit einem Ring in der Hand niederknien. Warum nur?

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          Seine Mutter wunderte sich, als Philipp ihr von seinem Antrag erzählte. Vor Weihnachten hatte er ihn gemacht, im Nachmittagslicht auf einer Wiese zwischen Weinbergen, nicht weit vom Restaurant entfernt, wo seine Freundin und er später auf die Verlobung anstießen. Ein bisschen, erzählt er, hatte er vorher schon geplant. „Gehört ja viel dazu, zu so einem Heiratsantrag.“ Der Ring zum Beispiel; da hatte Philipps heutige Schwägerin ihm geholfen. Oder der richtige Zeitpunkt; Philipp wollte seine Freundin wirklich überraschen. Das ist gar nicht so leicht, wenn man neun Jahre zusammen ist und schon gemerkt hat: Der Antrag wird von mir, dem Mann, erwartet.

          Sarah Obertreis
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          2017 hatte Philipp um die Hand seiner Freundin angehalten. Seit diesem Jahr gibt es auch eine regelmäßige Befragung unter Verlobten, die zeigt, was Philipps Mutter so verwundert festgestellt hat: Der klassische Heiratsantrag feiert sein Comeback. Schon vor fünf Jahren machte bei acht von zehn Verlobungen der Mann den Antrag. Inzwischen sind es neun von zehn. Gleichzeitig – das zeigt die regelmäßige Umfrage der Onlinedruckerei „Kartenmacherei“ unter etwas mehr als 1500 Deutschen – gibt es immer weniger Paare, die ihre Verlobung einfach gemeinsam beschließen: 2017 machte das noch jedes sechste Paar, inzwischen ist es nicht mal mehr jedes zwölfte.

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