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Das schöne Geschlecht : Warum Männer immer stärker unter Schönheitsdruck leiden

Muskulös, sportlich, gepflegt: Auch für Männer steigt der Druck, ihr Aussehen zu optimieren. Bild: Reuters

Weniger Bauch, mehr Muskeln, aber auf keinen Fall brachial: Früher sollten vor allem Frauen schön sein, heute gilt das auch für Männer. Die Rollen sind nicht mehr klar verteilt – und der Druck steigt.

          6 Min.

          Wenn man so will, begann alles mit David Beckham. Da tauchte um die Jahrtausendwende dieser junge englische Fußballer auf, der sich schon auf dem Rasen einen Namen gemacht hatte, und wurde plötzlich auch noch aus ganz anderen Gründen berühmt. Der Mann trug Nagellack. Ohrringe in beiden Ohren. Er pflegte, stylte, kämmte sich, ging sogar zur Maniküre. Besuchte die Fashion Week. Wechselte permanent seine Frisur. Später ließ er sich mit gestähltem Körper und enger Unterwäsche für Armani ablichten. „Ein bisschen schwul“, titelte der „Stern“ 2005 und schrieb: „Dass er trotz alledem kein Weichling ist, beweisen seine anhaltende Popularität als starker Mann auf dem Fußballplatz, seine Ehe zu Ex-Spice-Girl Victoria und natürlich seine Rolle als Vater dreier Kinder.“

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es hat sich gesellschaftlich viel verändert seitdem. Am Stammtisch mögen solche Gedanken heute vielleicht noch ausgetauscht werden. Aber niemand würde so etwas noch ernsthaft schreiben. Der Begriff „metrosexuell“, der ebenfalls zu Beginn des Jahrtausends Karriere machte, ist längst nicht mehr revolutionär. Er bedeutet, dass ein Mann äußerlich auch solche Eigenschaften zeigt, die gemäß Klischee nur Frauen zugeordnet werden.

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