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Vorteile im Homeoffice : Endlich ist Zeit für Selfcare

Doch es ist nicht alles Arbeit. Das Homeoffice und die dadurch gewonnene Zeit bieten Chancen, auch was das eigene modische Empfinden angeht, die eigenen Beautyrituale. Es beginnt damit, dass man Zeit hat, viel Zeit, sich einmal den eigenen Kleiderschrank vorzunehmen. Was ziehe ich wirklich regelmäßig an? Was habe ich seit mindestens einem Jahr nicht mehr getragen – das kann weg. Declustering daheim, Marie Kondo wäre stolz. Aber: Man darf auch herumhängen, und zwar ohne schlechtes Gewissen! Man muss sich nicht noch in der Zeit völliger Isolation selbst optimieren. Es geht vielmehr darum, sich selbst gut zu kennen und zu erspüren, was einem gut tut. Geht es mir wirklich gut, wenn ich den ganzen Tag im Bademantel und mit White Russian vor der Glotze hänge? Oder ist es für mein Wohlbefinden nicht doch zuträglicher, an einem einigermaßen aufgeräumten Schreibtisch etwas Sinnvolles zu tun, meine Kollegen zu unterstützen?

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„Wir wünschen uns alle, dass diese Zeit nicht zu lange dauert“, sagt Seewald. Doch auch die Möglichkeiten, die diese Zeit uns gebe, seien nicht zu unterschätzen, „Stichwort: Selbstfürsorge“. Zumindest für diejenigen, die in diesen Wochen nicht krank oder damit beschäftigt sind, ihre Kinder zu betreuen, oder immer noch zur Arbeit gehen zu müssen, weil Homeoffice nicht möglich ist, können versuchen, sich etwas Gutes zu tun. Und das bedeutet für viele Menschen auch, sich etwas Schönes oder besonders Gemütliches anzuziehen. Man muss ja nicht gleich, wie Influencer Riccardo Simonetti vorschlägt, die Haare tagelang durchfetten lassen, um der Kopfhaut Gutes zu tun. (Wenn man das unbedingt möchte und mögliche Mitbewohner sich nicht daran stören, geht aber natürlich auch das.) Doch es gibt viele andere schöne Dinge, die den meisten Menschen gut tun, die wir in dieser Zeit des Rückzugs und der Ruhe genussvoll tun können, anstatt die verordnete Ruhe als auferlegte Zwangspause zu empfinden. „Ein langes Bad nehmen, ein Körperpeeling machen, eine Gesichtsmaske, eine Haarkur, mehr Yoga“, schlägt Cornelia Seewald vor. „Sich frisch gepresste Säfte zubereiten, Rohkost schnippeln.“ Haarkuren, Gesichtsmasken, die Nägel lackieren. Dinge eben, für die wir sonst keine Zeit haben, während wir von Termin zu Termin hetzen.

„Das hat auch etwas mit Selbstwirksamkeit zu tun“

Es ist eine Zeit, in der man neues Make-up ausprobieren kann, ohne gleich merkwürdig angeschaut zu werden, weil man es sowieso nie so hinkriegen wird wie die supertalentierten Menschen auf Youtube. Eine Zeit, in der man sich sein liebstes Outfit herauslegen und anziehen kann – und zwar allein für sich selbst, nicht für irgendjemand anderen. Wer sich überhaupt gar nicht damit beschäftigen mag, was er oder sie trägt, kann andere Riten des Besinnens und der Selbstfürsorge entdecken. „Man kann in Ruhe telefonieren, mit der Freundin oder der Familie“, sagt Seewald. „Oder sich morgens in Ruhe eine CD oder Platte anhören, für die man sonst nicht viel Zeit hat.“

Selfcare, Selbstfürsorge, das kann auch die Mahlzeit sein, die man sich abends kocht. Die Zeit mit dem Kaffee morgens allein in der Küche, mit der Zeitung und dieser unfassbaren Stille, die diese Zeit nun mal mit sich bringt. „Selbstfürsorge, das hat auch etwas mit Selbstwirksamkeit zu tun, also: Ich bin ursächlich dafür verantwortlich, dass es mir gutgeht.“ Derzeit sind wir alle natürlich auch ursächlich dafür verantwortlich, dass es anderen gutgeht, indem wir nämlich brav daheim bleiben. Und ganz nebenbei können wir eben dafür sorgen, ganz selbstwirksam und erwünscht egoistisch, dass es uns selbst gutgeht.

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