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Vorteile im Homeoffice : Endlich ist Zeit für Selfcare

Auch Modemarken stellen sich auf die neuen Herausforderungen ein. Modebloggerinnen empfehlen die besten und zugleich schönsten Pyjamas und Jogginghosen, die man im Homeoffice tragen kann. Denn was bequem ist, kann trotzdem hübsch sein, auch das macht etwas mit dem eigenen Selbstwertgefühl und der Arbeitsmotivation. Das schwedische Schuhlabel Flattered schickt Bilder der „perfekten Homeslipper“ herum, die sind hübsch und zugleich bequem für zu Hause. Vielleicht eine schöne Abwechslung zu dicken Wollstrümpfen oder Filzpantoffeln. Ein schöner Kompromiss zur engen Jeans und unbequemen Bluse sind leichte Stoffe für zu Hause, Leinen, Baumwolle, auch mal ein Seidenpyjama.

Denn Bequemlichkeit hin oder her, es macht selbst am Telefon einen Unterschied, ob man im karierten Schlafanzug auf der Couch lümmelt oder nach einem ausgiebigen Frühstück gut aufgelegt am Schreibtisch sitzt. Niemand möchte mit belegter Stimme telefonieren und in der Konferenz den Anschein erwecken, man sei gerade aus dem Bett gefallen. Selbststeuerung ist das psychologische Stichwort: Strukturierung des Alltags, und das beginnt beim Anziehen, bei der Kleidung. Wer sich neuropsychologische Anker setzt, also Routinen und Gewohnheiten, die es zu wiederholen gilt, ist produktiver bei der Arbeit, denn: Der Switch vom Zuhausehängen-Modus in den Arbeits-Modus wird erleichtert.

Das kann schon so aussehen: nicht überall essen, nicht überall arbeiten, nicht überall schlafen. Sich morgens der Routine gemäß zumindest frischmachen, auch wenn es nicht das superschicke Kleid und der rote Lippenstift wird, sondern nur eine Katzenwäsche. Dem Geist macht man so deutlich: Der Tag beginnt. Ich beginne zu funktionieren. „Wenn man sich im Bad erst mal richtig fertig macht, etwas Schönes anzieht – der ganze Selbstaufbau ist dadurch erfolgt. Dann sind Sie, auch weil Sie es vielleicht so gewohnt sind, in einer guten Startphase“, sagt Cornelia Seewald.

Auch räumliche Marker können helfen, das Homeoffice vom restlichen Zuhause abzugrenzen. Hier liegen mein Stift, mein Rechner und mein Notizheft, hier wird gearbeitet. Hier trage ich statt meines Pyjamas vielleicht zumindest eine schöne Jogginghose, bequeme Schuhe. Solche Rituale können helfen, in den Arbeits-Modus zu schalten. Wer morgens seiner Morgenroutine nachkommt, simuliert einen gewöhnlichen Arbeitsalltag – und kommt in der Regel auch besser hinein.

Einen Dresscode fürs Homeoffice gibt es nicht

Das ist vor allem wichtig, wenn man Single ist und allein lebt. In Familien und bei Paaren gibt es oft ohnehin eingespielte Riten. Wer geht zuerst ins Bad? Wer macht das Frühstück? Durch den gewohnten Rhythmus kommt das System gleich in Gang.

Einen Dresscode fürs Homeoffice gibt es wiederum nicht, was ja auch schön ist. „Das ist natürlich etwas anderes, wenn man über Skype konferiert“, gibt Seewald zu bedenken. Da sollte man sich an die Gepflogenheiten der jeweiligen Firma halten, also als Mann auch durchaus Anzug tragen, wenn es gewünscht ist. Das Schöne am Homeoffice ohne Videocalls ist also genau das: Ich kann die Sachen hinterher schnell wieder ausziehen. Ich ziehe mich an, aber so, dass es bequem ist. Nicht weil mich sowieso niemand sieht, sondern weil es für mich in dieser Situation am bequemsten ist. „Es wird kritisch, wenn die Hygiene unter der Nachlässigkeit leidet“, meint Seewald. „Dann kann es gefährlich werden.“ Da sei im Homeoffice nicht immer klar die Grenze zu ziehen. Darum auch hier die Empfehlung: kleine Morgenrituale. Neben dem Zähneputzen das Kämmen nicht vergessen. Ab und an rasieren. Solche Dinge.

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