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Diagnose Insomnie : Wenn man einfach nicht mehr schlafen kann

Schlaflose Nächte: Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden an Schlafproblemen. Bild: © Tara Moore/cultura/Corbis

Viele Menschen leiden unter schlaflosen Nächten. Doch was ist, wenn einem der Schlaf monatelang fehlt und nichts richtig hilft? Ein Erfahrungsbericht über gut gemeinte Tipps und den Rausch wacher Stunden.

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          Es fing an, als die Tage immer dunkler wurden, irgendwann im Oktober oder November. Die Abende zogen sich immer länger hin, und an Schlaf war nicht zu denken, selbst wenn die Nacht schon zur Hälfte überschritten war. Es kam plötzlich und ohne ersichtlichen Grund: Ich konnte einfach nicht mehr schlafen. Zumindest nicht in der Weise, die Ärzte, Psychologen und Somnologen, also Schlafforscher, als gesund und normal einstufen. Drei Stunden pro Nacht betrug mein neuer Schlafdurchschnitt; manchmal auch nur anderthalb oder zwei, aber nie mehr als vier Stunden. „Insomnie“ nennt das die Fachwelt. Sie liege vor, wenn es mindestens dreimal in der Woche über einen Zeitraum von ein bis drei Monaten zu Einschlaf-oder Durchschlafstörungen kommt.

          Hannah Bethke

          Feuilletonkorrespondentin in Berlin.

          Es ist ein Problem, unter dem viele Menschen leiden. Das erschöpfte Selbst in der Moderne, die sich permanent überholt, der zügellose Kapitalismus, der lauter rastlose Menschen hervorbringt, der fragmentierte Arbeitsmarkt in der Internet-Wirklichkeit, die Arbeitszeiten aufweicht und die Menschen nicht mehr zur Ruhe kommen lässt: Auf all diese Beschleunigungsphänomene verweisen Soziologen und Psychologen, wenn nach Gründen für die grassierende Schlaflosigkeit gesucht wird. Das klingt interessant, aber es hilft – gar nicht.

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