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James Bond : Die Lizenz zum Trinken

  • Aktualisiert am

Schatz, du trinkst zu viel! Roger Moore 1973 als James Bond in „Leben und sterben lassen“ neben Schauspielerin Jane Seymour Bild: dapd

Ist James Bond Alkoholiker? Diese Frage hat ein neuseeländisches Forscherteam beantwortet. Hilfreiche Tipps zum Umgang mit Alkohol gibt es für den Geheimagenten oben drauf.

          Das Trinkverhalten von 007 ist durchaus bedenklich. Das haben Wissenschaftler der Universität Otago in Neuseeland nachgewiesen. Insgesamt wurden für die Studie 24 Bond-Filme aus den Jahren zwischen 1962 und 2015 analysiert. Das nicht gerade überraschende Ergebnis: Geheimagent James Bond trank über mehr als fünf Jahrzehnte konsequent und viel. Bonds Vorliebe für Martini, geschüttelt nicht gerührt, sollte jedem bekannt sein. Aber auch darüber hinaus lehnte der Geheimagent selten einen Drink ab. Ob Wodka pur oder Champagner, manchmal auch Bier.

          Unter Alkoholeinfluss begab sich Bond des Öfteren in gefährliche Situationen. Er trank bevor er mit seinen Gegnern kämpfte, er trank bevor er enorme Summen beim Glücksspiel einsetzte, er trank bevor er sich für waghalsige Fahrten hinters Steuer setzte und er trank bevor er Sex mit seinen Feindinnen hatte, oft mit Waffen im Bett. Diese Liste könnte man noch ziemlich lange fortführen. Alkohol war wohl Bonds treuester Begleiter.

          Sechs Cocktails in einer Episode

          Arbeitsunfähigkeit kann man dem MI6-Mitarbeiter allerdings nicht attestieren: Im Film „007 jagt Dr. No“ (1962) zerstört Bond nach einigen Drinks Dr. Nos nukleare Waffen, einhändig versteht sich, tötet den Doktor anschließend und rettet dann Honey Ryder von der Insel.

          Der James Bond aus „Im Angesicht des Todes“ (1985), gespielt von Roger Moore, teilt die Vorliebe für Frauen (hier im Bild: Tanya Roberts und Grace Jones) und Martini mit den neueren Bonds. Bilderstrecke

          Aus medizinischer Sicht ist das Trinkverhalten jedoch mehr als bedenklich, erklärt Professor Nick Wilson, der die Studie durchführte. In einer Episode griff Bond ganze sechs Mal zum Cocktail „Vesper“, auf der Basis von Gin und Vodka. Das mache 24 Einheiten an Alkohol. Zum Vergleich: ein kleines Bier (0,25 ml) enthält eine Alkoholeinheit. Der Promille-Gehalt von Bonds Blut müsse folglich bedrohlich hoch gewesen sein. Der berühmte Agent verträgt jedoch nicht nur einiges an Schlägen, sondern ist auch erstaunlich trinkfest: In einem Buch der „James Bond“-Reihe kam er auf ganze 50 Einheiten an nur einem Tag – laut Wilson „ein Konsumlevel, das fast jeden umbringen würde“.

          Wenig überraschend ist es also, dass Bond in einem der 007-Filme eine „nicht so gute“ Leber diagnostiziert wurde. Ein Bericht des MI6 weist außerdem auf seine „Sucht von Alkohol und anderen Substanzen“ hin.

          Die Autoren der Studie empfehlen Bond, professionelle Hilfe aufzusuchen. Außerdem könne 007 sein Gesundheitsrisiko minimieren, indem er aufhört im Job zu trinken, besonders, wenn er dabei nukleare Waffen entschärfen muss. Ein weiterer Tipp des Forscherteams: Alkohol in sozialen Kontexten auch mal dankend ablehnen. Vor allem von Sexualpartnerinnen, die ihn sowieso außer Gefecht setzen oder umbringen möchten.

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