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Hautkosmetik : Warum man der Tomate treu bleiben sollte

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Tomaten erhitzen, etwas Öl dazugeben, essen: Auch so tut man der Haut etwas Gutes. Bild: dpa

Im Sommer schmecken Tomaten besonders gut. Für die Haut ist das rote Gemüse aber immer wohltuend – sie hat sogar Anti-Aging-Effekte.

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          Jeden letzten Mittwoch im August herrscht im spanischen Städtchen Buñol Ausnahmezustand. Dann treffen sich Tausende Menschen aus aller Welt, um sich eine Stunde lang mit reifen Tomaten zu bewerfen. Das Fest La Tomatina verwandelt die Stadt einmal im Jahr in ein Schlachtfeld aus Tomatensaft und Fruchtfleisch. Das Gemüse bedeckt nicht nur Häuserwände und Straßen, sondern auch Haut und Haare der Teilnehmer. Sie sind sich während des Spektakels gar nicht bewusst, dass sie sich gerade ein ganz besonderes GanzkörperTreatment gönnen. „Die Tomate ist ein Allround-Talent. Sie enthält unter anderem Vitamin A, B und C sowie Natrium, Kalium, Magnesium und Folsäure“, sagt Anke Kleiner, die bei Thalgo Cosmetic auch für den Vertrieb von Ella Baché zuständig ist. „Ein besonderes Highlight ist das Lycopin, ein Carotinoid, das gegen freie Radikale wirkt und oxidativem Stress durch UV-Strahlung vorbeugt."

          Die ungarische Pharmazeutin Ella Baché war eine der ersten, die Tomaten in Pflegeprodukten einsetzte. Ihre Crème Tomate L'Originale gibt es seit den dreißiger Jahren. Baché soll fasziniert vom Schönheitsritual ihrer Landsfrauen gewesen sein, die sich für einen strahlenden Teint frische Tomatenscheiben auf die Haut legten, und studierte die positiven Effekte des Nachtschattengewächses. Noch heute, acht Jahrzehnte später, ist die Crème Tomate eines der beliebtesten Produkte im Sortiment.

          Trend geht zu komplexeren Inhaltsstoffen

          Während die Mineralien den Feuchtigkeitshaushalt der Haut regulieren, das Vitamin A die Talgproduktion kontrolliert und das Vitamin C vorzeitiger Hautalterung vorbeugt, ist der wichtigste Pflanzenstoff das Lycopin. Da es zur Klasse der Carotinoide zählt, ist es für die Farbe der Tomate verantwortlich – und schützt sie vor UV-Licht. Den Effekt weiß auch die Beauty- und Wellness-Industrie für sich zu nutzen. Heute wird Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel angeboten oder kommt in Anti-Aging-Produkten zum Einsatz. Einige Unternehmen haben sich sogar ganz diesem Inhaltsstoff verschrieben, unter anderem die amerikanische Kosmetik-Marke Lycopene Skin Care. „Studien haben gezeigt, dass Lycopin am besten wirkt, wenn es darum geht, die Auswirkungen freier Radikale zu bekämpfen, die für die vorzeitige Hautalterung sowie Hautschäden verantwortlich sind“, sagt Gary Weinberger von Lycopene Skin Care. Auch Tata Harper, Gründerin der gleichnamigen Bio-Pflegeserie, setzt auf die verschönernden Eigenschaften von Lycopin. Vor knapp zwei Monaten lancierte sie mit dem Resurfacing Serum erstmals ein Produkt, das Carotinoide der Tomate enthält.

          Entzündungshemmend: Yes To Tomatoes soll Bei Akne helfen. Bilderstrecke

          Angesichts der wohltuenden Wirkung überrascht es, dass Tomaten nicht öfter in Beautyprodukten eine Rolle spielen. „Der Trend in der Kosmetikentwicklung geht immer mehr hin zu komplex anmutenden Wirk-Kompositionen", sagt Kleiner. „In den Augen des Verbrauchers erscheinen sie effizienter als ein Produkt, das einfach nur Tomatenextrakt enthält."

          Letztlich kann man das schließlich auch einfacher bekommen – über die Ernährung. „Optimal nutzbar ist das oral eingenommene Lycopin für den Körper aber erst, wenn es erwärmt und mit etwas Öl gegessen wird“, sagt Anke Kleiner. Wer seiner Gesundheit – und Schönheit – also etwas Gutes tun möchte, sollte öfter Tomatensaft trinken oder Pasta mit vielen Tomaten essen. Und sich, wie die Ungarinnen in den dreißiger Jahren, einfach Tomatenscheiben auflegen.

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