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Spanien : Warum ein Ort in Galicien nun ein Glücksdezernat hat

Überfüllter Strand in der galicischen Provinz Pontevedra. In Pontevedra gibt es nun das erste Glücksdezernat Galiciens. Bild: EPA

In Galicien hat ein Gemeinderat gerade das erste Glücksdezernat des Landes eingerichtet. Viel Geld hat man nicht, um die Bewohner glücklich zu machen. Dafür schon einige Ideen.

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          Spanien hat fast drei Monate nach der Parlamentswahl immer noch keine neue Regierung. In Galicien ist man schon viel weiter. In Oia in der Provinz Pontevedra hat der neue Gemeinderat gerade das erste Glücksdezernat des Landes eingerichtet. Ihr sei klar, dass es die ewige Glückseligkeit nicht gebe, sagt die konservative Bürgermeisterin Cristina Correa. „Aber wir wollen unseren Bürgern Augenblicke des Glücks bereiten, an die sie sich gerne erinnern.“ Oia liegt direkt am Atlantik an einem der Pilgerwege nach Santiago de Compostela. Bisher ist der Ort vor allem wegen seines Klosters bekannt, in dem während der Franco-Diktatur Hunderte republikanische Regimegegner eingesperrt waren.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der Haushalt der kleinen Gemeinde mit 3018 Einwohnern ist allerdings nicht groß genug für ein eigenes Glücksbudget. Die Bürgermeisterin setzt deshalb auf die Bürger: Gutes Humankapital sei wichtiger, damit wieder mehr gelächelt werde. Die neue Dezernentin Carmen María Estévez sammelt schon fleißig Ideen. Ein Briefkasten für Vorschläge wurde aufgehängt und ein Rat der Weisen geschaffen; bislang gehören ihm nur Frauen an. Eine bettlägerige Einwohnerin regte an, Kranke regelmäßig zu besuchen und ihnen etwas vorzulesen. Das Beispiel zeige, wie einfach vieles sei: Schon die Vorfreude auf die Vorleser steigere die Lebensqualität, sagt die Bürgermeisterin, die seit 2015 dem Ort vorsteht.

          Für die jüngere Bevölkerung will man Feste organisieren und Hilfe bei den Hausaufgaben anbieten. Bürgermeisterin Correa traute sich am Ende nicht, so weit zu gehen wie andere. In der italienischen Kleinstadt Ceregnano wurde 2012 eine Abteilung für Glück eingerichtet, im Königreich Bhutan ein eigenes Ministerium. In Oia ist die neue Dezernentin auch noch für Kultur und soziale Dienstleistungen zuständig.

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