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Schlafmediziner im Interview : „Der Schlafkiller schlechthin sind finanzielle Sorgen“

„Eine halbe Stunde vor dem Schlafen offline gehen, das ist eine Faustregel“, sagt Ingo Fietze, Schlafmediziner an der Berliner Charité. Bild: picture alliance / Alexander Farnsworth

Schlafprobleme in der Pandemie sind keine Seltenheit. Was kann man dagegen tun? Und warum fühlen sich viele zurzeit so müde? Ein Schlafmediziner klärt auf und gibt Ratschläge.

          5 Min.

          Herr Fietze, viele Menschen fühlen sich im Moment müder als sonst. Wird das besser, wenn der Frühling jetzt kommt?

          Johanna Dürrholz

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Ja, wir schlafen im Winter etwa 30 Minuten länger pro Nacht. Das hat einfach mit der Dunkelheit zu tun. Helligkeit und künstliches Licht bringen uns um den Schlaf. Im Sommer gehen wir meist viel zu spät ins Bett. Im Winter gehen wir einfach früher schlafen.

          Im Lockdown berichten noch mehr Menschen als sonst von Müdigkeit und einem erhöhten Schlafbedürfnis.

          Dafür kann ich mir drei Erklärungen vorstellen. Erstens, ganz salopp gesagt: Langeweile macht müde. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Ich kann noch so wach sein. Wenn ich in einer Umgebung bin, in der ich nicht viel zu tun habe, dann werde ich müde. Wenn ich nicht so gefordert werde wie sonst, kann das ebenfalls müde machen. Zweitens: Der Lockdown schlägt als Erstes aufs Gemüt. Und schlechte Laune macht nicht aktiv, sondern auch müde. Drittens: In Corona-Zeiten sollte man auch darauf achten, nicht nur zu Hause zu sitzen. Man muss sich auch bewegen. Das ist natürlich gerade nicht so leicht. Bewegung tut gut, aktiviert den Körper und hilft übrigens, einen Schlafstoff, der das abendliche Einschlafen erleichtert, auszuschütten.

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