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Robin Wright im Interview : „Ich wollte nie mein Privatleben opfern“

  • -Aktualisiert am

In der Abgeschiedenheit der Natur hofft Wright als Anwältin Edee in „Abseits des Lebens“, ihren Seelenfrieden zu finden. Bild: AP

Wer Amerikas Präsidentin gespielt hat, kann auch Regie: Robin Wright über den Dreh zu ihrem ersten Spielfilm in der kanadischen Wildnis, Kinder, Glück und Abschiedstränen im Oval Office.

          6 Min.

          Das Filmgeschäft wird immer noch von Männern dominiert, da bleibt es eine große Sache, wenn Frauen Regie führen und Preise dafür gewinnen. Wie waren die Reaktionen, als Sie den Wunsch äußerten, Regisseurin zu sein, bei „House of Cards“?

          Die Crew hat mich ermuntert und bestärkt. Und sie hat mir alles beigebracht, was ich wissen musste. Und dann wollte ich immer mehr davon. Aber letztendlich musste ich Regie führen, während ich es gelernt habe. Eine unglaubliche Erfahrung. Sie haben mich einfach ins kalte Wasser geschubst. „House of Cards“ war gewissermaßen meine komprimierte Filmhochschule. Ich musste sogar Hausaufgaben machen, die sie mir am Ende des Drehtages mitgegeben haben. Ernsthaft. Ich saß abends am Schreibtisch und habe den Unterschied zwischen verschiedenen Kameralinsen und Blenden gelernt.

          Was hat Sie so begeistert?

          Was mich am Regieführen geradezu süchtig macht, ist dieser Fluss kreativer Energie in einem Team von Menschen. Diese Art von Zusammenarbeit ist etwas ganz Besonderes. Darum geht es beim Filmemachen. Und nicht darum, einsame Entscheidungen durchzudrücken.

          Sie haben dann zehn Folgen der Serie „House of Cards“ und einen Kurzfilm inszeniert. War das eine angemessene Vorbereitung auf Ihr Spielfilmdebüt?

          Letztendlich war das etwas vollkommen anderes. Der Prozess ist in den Grundstrukturen natürlich derselbe. Ich hatte Produzenten, einen Kameramann, Techniker, Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Das ist bei jedem Film ähnlich. Aber diesen Film haben wir in der Natur und unter besonderen Wetterbedingungen gemacht.

          Sie spielen eine Anwältin, die sich nach einer persönlichen Tragödie emotional schwer angeschlagen in eine Hütte in der Wildnis der Rocky Mountains zurückzieht.

          Und dieses Wetter in Alberta, Kanada, war die größte Herausforderung bei meinem Debüt. Es macht einfach, was es will. Wir wussten eigentlich nie so wirklich, was uns am nächsten Tag erwartet, und mussten ständig improvisieren.

          Sie hätten die Innenaufnahmen in einem Studio drehen können.

          Hätte ich. Aber ich hatte mich nun einmal entschieden, diese Hütte bauen zu lassen und sie in 2400 Metern Höhe auf den Gipfel eines Berges zu transportieren, weil wir da diesen unglaublichen Blick hatten. Mein Kameramann hat beinahe die ganze Zeit in der Hütte übernachtet, damit er diese traumhaften Sonnenaufgänge oder Nachtaufnahmen mit dem Mond filmen konnte.

          Wo haben Sie geschlafen?

          In einem Wohnwagen direkt hinter der Hütte. Die Idee war, den Film, den wir machen, auch zu leben. Und ich habe es genossen. Allein das Gefühl, mich zum Schlafen ins Bett zu legen und kein einziges Auto, kein Hupen, keine Gespräche von der Straße zu hören. Da war nur der Wind und die Geräusche wilder Tiere, wenn ich morgens aufgewacht bin. Einfach umwerfend. Nach dieser Erfahrung auf dem Berg war mir klar: Ich will mehr Natur in meinem Leben.

          Wahrscheinlich ist es nie einfach, gleichzeitig die Hauptrolle zu spielen und Regie zu führen. Aber in diesem Film ist Ihre Figur beinahe in jeder Szene am Rande des Nervenzusammenbruchs. Wie konnten Sie da zwischen Ihren Rollen wechseln?

          Es war tatsächlich etwas verrückt. Ich hatte meinen Job als Schauspielerin und habe versucht, den wie immer zu erledigen. Und zwischendurch musste ich immer wieder für ein paar Minuten hinter die Kamera springen. Ich hatte als Schauspielerin keine Zeit. Das war der große Unterschied. Normalerweise habe ich Pausen, um mich emotional vorzubereiten, mich in meinen Wohnwagen zurückzuziehen.

          Um was genau zu tun?

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