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Kloster-Reportage : Geschenk Gottes

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Zentrale Figur: Im Garten vor dem Kloster erinnert eine Skulptur der Hildegard von Bingen an die Namensgeberin. Bild: Jana Mai

Die Benediktinerinnen in der Abtei St. Hildegard suchen ihr Glück im Klosterleben. Doch auch dort kann das Zusammensein zur Herausforderung werden. Ein Besuch vor Ort.

          Hoch über Rüdesheim am Rhein liegt die trutzige Abtei St. Hildegard. Von außen sieht der neoromanische Bau stolz, schön, etwas kalt und so riesig aus, dass man meinen könnte, hier würden einige hundert Benediktinerinnen leben. In Wahrheit sind es nur noch 47. Oder sollte man sagen: immerhin noch 47?

          Unterhält man sich mit einigen von ihnen, landet man schnell beim Begriff der Berufung. Was heißt das? Schwester Philippa Rath drückt es so aus: „Berufung ist, dass ich irgendwann in meinem Leben die Stimme Gottes höre. Und dass er mir sagt: ,Komm!'“ Man dürfe aber auch, fügt sie hinzu, nicht die Ohren auf Durchzug stellen, wenn er ruft. Wie sie es zunächst tat. 13 Jahre dauerte es, bis sie genau hinhörte und in das Kloster eintrat, in dem sie nun seit 30 Jahren betet und arbeitet. Über ihr altes und ihr neues Dasein sagt die frühere Redakteurin des Deutschlandfunks und Lektorin beim Herder-Verlag: „Ich hatte immer das Gefühl: Mein Leben ist zwar schön. Aber irgendetwas fehlte mir, es gab eine gewisse Leere. Dieses Gefühl der Leere habe ich im Kloster nie wieder empfunden. Ich kann wirklich sagen, ich bin glücklich hier.“ Ihre Kollegen im Verlag hatten Wetten abgeschlossen, wie lange sie es aushalten würde im Kloster. Zur feierlichen Ewigen Profess, dem finalen Ordensgelübde, schickten sie dann einen Strauß roter Rosen, wie zu einer Hochzeit.

          Über den Dingen: Die Abtei St. Hildegard in Eibingen bei Rüdesheim wurde von 1900 bis 1904 erbaut. Heute ist sie Teil des Unesco-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

          Die Fähigkeit, nicht in einer Ehe, sondern im Kloster das Glück zu finden, setzt vor allem die Bereitschaft voraus, sich auf ein eng begrenztes und streng verfasstes Leben einzulassen, in dem Spontaneität selten ist. Begrenzt ist es bei den Benediktinerinnen in der Regel durch die lebenslange örtliche Bindung an ein Kloster. Verfasst ist es, weil jeder Tag dem anderen gleicht: Morgengebet um 5.30 Uhr, danach Frühstück und eine von jeder Schwester individuell gestaltete geistliche Lesung. Um 7.30 Uhr Messe, von 8.30 Uhr an Arbeit. Um 12 Uhr Mittagsgebet, danach Essen und einstündige Freizeit zur individuellen Gestaltung zwischen Schlaf und Sport. Von 14 Uhr an wieder Arbeit. Sie endet um 17.15 Uhr, um halb sechs Vesper-gebet, Abendessen und gemeinsame Zeit bei lockerem Zusammensein – zur Fastnacht gibt es sogar eine Sitzung mit Büttenreden und dem Spiel der Klostercombo, die aus Klavier und Schlagzeug besteht. Um 19.30 Uhr die Complet, das Abendgebet, an das sich sofort die Vigil anschließt, das Nachtgebet. Um halb neun herrscht Ruhe, das „Hohe Silentium“. Ohne Stille, sagt Schwester Philippa, könne man kein geistliches Leben führen.

          Mehr als drei Stunden Gebetszeit

          Jeden Tag zur selben Zeit wechseln Phasen der Ruhe und des Austauschs, der Beschäftigung und der Versenkung ab. Eine Benediktinerin in der Abtei St. Hildegard bringt es auf mehr als drei Stunden Gebetszeit, neben persönlichen Gebeten. Pro Tag. Hat man immer Lust aufs Beten und Singen, auf Andacht? „Das wäre eine Überforderung“, sagt Schwester Philippa. Es gebe Tage, an denen sie in die Liturgie und ins Gebet nicht leicht hineinfinde. Aber in solchen Fällen helfe die Gemeinschaft. Kunstvoll und mit Schwung ertönt dann der Gesang beim 12-Uhr-Mittagsgebet in der Kirche des Klosters, die dominiert wird vom riesigen Gemälde des Gottessohns.

          Der Dreifaltigkeit gelten alle Gebete der Nonnen. Die Frage, wie sie sich diesen Gott vorstellen, beantworten sie unterschiedlich. Schwester Philippa denkt am ehesten an Licht, Schwester Christophora Janssen, Jahrgang 1965, assoziiert mit Gott die unendlichen Weiten des Universums, Schwester Andrea Stadermann hat eine koptische Ikone aus dem achten Jahrhundert vor Augen, auf der Christus dem Abt Menas den Arm freundschaftlich um die Schulter legt: „So stelle ich mir Gott vor, der mit mir auf dem Weg ist, der bei mir bleibt, mein Leben trägt.“

          In ihrem Namen: Die Lehren der Hildegard von Bingen (1098-1179) sind den Schwestern im täglichen Leben eine Hilfe.

          Schwester Andrea, zupackend und fröhlich, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Eibingen, Fan von Borussia Dortmund und Verehrerin Johann Sebastian Bachs, schreibt jeden Tag auf, was ihr Gutes widerfuhr – mal hat sie ein schönes Musikstück gehört, mal hat eine Mitschwester sie angelächelt, mit der sie sich zuvor schwer tat. Sie übernimmt in der weitläufigen Klosteranlage die Funktion der Hausmeisterin. Wie geht das, über verstopften Toiletten, auszuwechselnden Batterien und Sorgen um die zu teure Ölheizung an Gott zu denken? Aus dem Rheingau stammend, geboren 1964, Profess 1990, sieht sie da keinen Widerspruch. „Ich mache meine Arbeit, vielleicht nicht immer ganz bewusst, aber doch ständig in der Gegenwart Christi. Er ist nach unserem Glauben auferstanden und also immer bei allem dabei, was ich tue, auch wenn ich nur eine Glühbirne auswechsle.“

          Eine faszinierende Frau

          Mit weniger handfesten Dingen beschäftigt sich Schwester Maura Zátonyi. Sie stammt aus Ungarn, spricht Deutsch mit hüpfendem Akzent und lacht viel. Die promovierte Philosophin und diplomierte Theologin arbeitet wissenschaftlich über die Namensgeberin und Gründerin des Klosters, Hildegard von Bingen, geboren um 1098, gestorben 1179 – eine Frau von großer spiritueller und intellektueller Strahlkraft, aber auch Gegenstand der Vermarktung und der esoterischen Schwärmerei.

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          Schwester Maura hat mitgewirkt am theologischen Gutachten, das die Grundlage war für die Heiligsprechung Hildegards und die Erhebung zur Kirchenlehrerin 2012. Am Anfang war Schwester Maura vom Objekt ihres Forschungsdrangs nicht sehr begeistert – ihr Bild war überlagert vom Hildegard-Kult, von halbwissenschaftlichen Traktaten, von der Hildegard-Medizin, den Dinkelplätzchen, den Fastenkursen, der Hildegard-Schultersalbe und der „rein-pflanzlichen Hildegardsuppe“.

          L’art pour dieu: Jesus dominiert die Apsis der Abteikirche.

          Doch als sie sich mit Hildegards Originaltexten beschäftigte, entdeckte die 1974 geborene Ungarin eine faszinierende Frau: Mystikerin, Medizinerin, Kaiserberaterin, Predigerin, Visionärin, Dichterin, Komponistin und einiges mehr. „Sie ist zu groß, um mir ein Vorbild zu sein. Aber ich spüre, wie diese Meisterin mir hilft – in meinem geistlichen Leben, in meinem Umgang mit der Gemeinschaft.“ War Hildegard, die sich einst dem Bischof von Mainz kraftvoll widersetzte, auch eine frühe Feministin?

          „Das glaube ich nicht“, sagt Schwester Maura. „Sie hat sich gefügt in die Ordnungen ihrer Zeit. Sie hat sich an Bernhard von Clairvaux und an Papst Eugen III. gewandt, um ihre schriftstellerische Tätigkeit autorisieren zu lassen. Sie hat die kirchliche Hierarchie anerkannt. Und wenn sie harte Worte fand gegen die Kleriker, die das Wort Gottes nicht angemessen verkündeten, richtete sich das nicht gegen die Männer als solche, sondern gegen die, die als Einzige das Vorrecht der Verkündigung hatten, ihre Sache aber nicht gut machten.“

          Schwester Maura hat über Hildegard geforscht.

          Hildegards Lebensklugheit zeigt sich in Schwester Mauras Sicht auch in einer anderen Angelegenheit. Als eine benediktinische Gemeinschaft einmal in eine schwere Krise geriet, wurde sie um Rat gefragt. „Sie sprach aber nicht von ehrgeizigen Lebensentwürfen, von Gehorsam und Demut, sondern von den alltäglichen Dingen: wie man die Betten macht, Gäste bewirtet, die Mahlzeiten einnimmt. Das ist eine so große Lehre: dass man in Krisen erst einmal den Alltag ordnen sollte. Dann ergibt sich alles andere beinahe von selbst.“

          Durch die Zeit überholt

          In der Abtei St. Hildegard ist die Ordnung des Klosteralltags bis heute vorgegeben durch die Regel des Ordensgründers Benedikt von Nursia. Das um 540 nach Christus verfasste Regelwerk ist ellenlang und in komplettem Umfang auf der Internetseite der Abtei (www.abtei-st-hildegard.de) abgedruckt. Es handelt nur von Abt und Mönchen, wird analog aber auch auf weibliche Nachfolger Benedikts angewendet. Etliches ist durch die Zeit überholt, etwa das Kapitel 22: „Alle schlafen wenn möglich in einem Raum; lässt die große Zahl es aber nicht zu, ruhen sie zu zehn oder zwanzig mit den Älteren, die für sie verantwortlich sind. In diesem Raum brennt ständig eine Lampe bis zum Morgen. Die Brüder schlafen angekleidet und umgürtet mit einem Gürtel oder Strick.“

          Für Äbtissin Dorothea Flandera, Chefin der 46 Mitschwestern aus vier Generationen, ist die fast 15 Jahrhunderte alte Regula Benedicti trotz solcher Anachronismen noch immer hochaktuell. Mutter Dorothea, so ihre Anrede, ist Diplom-Mathematikerin. Ihre Dissertation war schon geplant, die wissenschaftliche Karriere vorgezeichnet, doch das Gefühl ihrer Berufung wurde so überwältigend, dass sie sich kaum noch auf ihre Abschlussarbeit über Funktionstheorie konzentrieren konnte.

          Bürgerlich heißt sie Jutta, den Namen Dorothea gab ihr ihre Vorvorgängerin Mutter Edeltraud bei der Einkleidung; heute dürfen die Schwestern auf Wunsch ihren Taufnamen behalten.

          Schwester Christophora Janssen in der Abteikirche St. Hildegard

          Mehr als solche Formalien liegt Mutter Dorothea die Fürsorge für ihre Mitschwestern am Herzen. Benedikt von Nursia hatte vom Abt gefordert, er müsse „wie ein weiser Arzt vorgehen“. Über diese menschenfreundliche Regel sagt die Äbtissin: „Das ist ein großer Anspruch. Ich kann nur immer hoffen und beten, zur rechten Zeit das zu sehen, was die einzelne Mitschwester braucht. Dass sie es mir entweder sagt oder dass ich es spüre. Dass ich das rechte Wort finde, manchmal ist es auch nur ein Blick.“

          Gewählt wurde die vierzigste Nachfolgerin der Heiligen Hildegard vor zwei Jahren vom Konvent, also von allen Mitschwestern, erforderlich ist eine Zweidrittelmehrheit. Bewerbungsreden werden nicht gehalten, aber der Heilige Geist wird angerufen, ehe die Schwestern in der Reihenfolge ihres Eintritts in den Orden ihre Stimme abgeben. Mutter Dorothea nahm die Wahl an, „in der Hoffnung auf Gottes Hilfe“. Als ihre Stellvertreterin (Priorin) fungiert Schwester Katharina Drouvé. Als Subpriorin ergänzt Schwester Christophora Janssen das Leitungsteam. Vor wichtigen Fragen wird auch der Ältestenrat gehört, das Seniorat, gebildet aus drei von der Äbtissin ernannten und drei vom Konvent gewählten Mitschwestern.

          Schwester Gisela leitet das Klostercafé.

          Ein Kloster ist auch ein Talentschuppen – die Äbtissin setzt die Mitschwestern nach den Bedürfnissen des Betriebs ein. Als Mutter Dorothea in die Abtei eintrat, verfügte die Äbtissin, dass sie in der Restaurierung tätig werde. Auch Schwester Christophora zählt zu den Nonnen, deren berufliche Tätigkeit sich erst dort entschied.

          Die Abtei lebt neben Zuschüssen des Bistum Limburgs vom Weinanbau auf sieben Hektar rund um das Kloster, einem florierenden Laden mit Büchern, Wein, religiöser Kunst und gehobenem Herzenskitsch aller Art, einem Kunstkeller, einer Goldschmiede- und Keramikwerkstatt, einem Gästetrakt mit 20 Zimmern und der Restaurationswerkstatt für kirchliche Archivalien.

          Die größte Herausforderung

          Die Äbtissin berücksichtigt bei ihrer Zuteilung Vorkenntnisse und Neigungen. Als Schwester Christophoras schöpferisches Talent offenbar wurde, studierte sie vier Jahre lang an der Fachhochschule Koblenz künstlerische Keramik. Heute sind ihre Großfiguren – Madonnen, Leuchter, Krippen, Kreuze, Kreuzwege, Heiligengestalten und Reliefs – an vielen religiösen Orten, in Klöstern und Kirchen zu sehen. Schwester Christophora sagt, die besten Ideen kämen ihr beim Beten. Die Stille des klösterlichen Lebens habe viel zu ihrer Beschäftigung mit Kunst beigetragen. „Draußen“ wäre sie wegen der vielen Ablenkungen wohl nie schöpferisch tätig geworden.

          Die profane Außenwelt neigt bisweilen dazu, die Klosterexistenz zu idealisieren. Die Schwestern der Abtei St. Hildegard weisen ausnahmslos darauf hin, dass die größte Herausforderung ihres Daseins das Zusammenleben sei. „Dass fast 50 Frauen einigermaßen harmonisch zusammenleben, das ist der größte Gottesbeweis“, sagt Schwester Maura und lacht. Sie weiß, dass Gemeinschaftsleben „mal Segen, mal Last“ bedeutet, dass Ideal und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen können. „Für mich allein habe ich schön gebetet, schön meditiert, bin voller guter Vorsätze. Dann gehe ich aus dem Zimmer und treffe an der nächsten Ecke auf etwas Unerfreuliches – und schon sind alle guten Vorsätze dahin.“

          Schwester Philippa hat als Lektorin gearbeitet.

          In gewisser Weise, sagt Schwester Maura, sei das Gemeinschaftsleben aber auch einfacher als das in der Familie. In einer Ehekrise gebe es nur die beiden Partner, die miteinander klarkommen müssten. Wenn ihr im Kloster eine Mitschwester nicht so behage, gehe sie höflich mit ihr um, müsse aber nicht auf Gedeih und Verderb immerzu mit ihr im engsten Umgang leben.

          Auch Schwester Emmanuela sagt: „Wir sind keine Sympathiegemeinschaft, wir sind aus unterschiedlichsten Gründen eingetreten, kommen aus unterschiedlichen Gegenden, liegen im Alter weit auseinander, in der Bildung, in den Interessen, im Temperament. Unsere Gemeinsamkeit liegt im Glauben und in dem Entschluss, unser Leben Gott zu weihen.“

          Schwester Christophora fertigt Keramikkunst.

          Seit Schwester Emmanuela in der Abtei ihr Leben Gott widmet („meine Berufung war wie ein Blitz, ich hatte gar keine andere Wahl“), musste sie sich in 60 Jahren an zwei Dinge gewöhnen: daran, dass sie fast nie allein war, und dass sie anfangs ganz ohne Männer auskommen musste. Sie fehlten ihr nicht als Objekte der Begierde, sondern als Gesprächspartner. „Ich schätzte Männer, weil sie eine andere Sicht hatten, weil sie manchmal nüchterner urteilten und andere Argumente brachten als Frauen. Das fiel plötzlich weg. Das Einzige, was ich von einem Mann hatte, war die Glatze des Priesters am Altar.“

          Eine Ordnung des Daseins

          Das hat sich geändert. Männer kommen heute als Übernachtungsgäste ins Kloster, als Käufer in den Klosterladen, als angestellte Winzermeister in die Kellerei, als Gastronomen in die Klosterküche oder als Besucher ins Café. Hinter dessen Theke geben geistig beeinträchtigte Menschen aus dem benachbarten St.-Vincenzstift Kaffee und Kuchen aus. Die Leitung liegt in Händen von Schwester Gisela Happ, die mit 17 Jahren bei einer „Woche in der Stille“ das Kloster kennengelernt hatte und sich mit 21 entschied einzutreten. Ein Vierteljahrhundert lebte sie in Eibingen, war Priorin und als Cellerarin verantwortlich für das Ökonomische, ehe sie nach Frankreich ging. Bei der dortigen Alliance Inter-Monastère (AIM) setzte sie sich für die armen Klöster in der Dritten Welt ein. Die AIM verfolgt die Grundidee, dass reichere Klöster, die nach der Regel Benedikts leben, die weniger gut ausgestatteten in der Dritten Welt unterstützen.

          Schwester Gisela, die sich „schon immer an der Ungerechtigkeit in der Welt“ gerieben hat, stellte bei ihrer internationalen Arbeit fest, dass auch Klöster nicht im ökonomisch luftleeren Raum schweben, dass es mühsam sein kann, bei wohlhabenden reichen Bistümern in Deutschland, Österreich, den Niederlanden oder Frankreich für die Brüder und Schwestern Geld in Afrika oder Lateinamerika zu sammeln. Deshalb ist sie heute als Nonne von Eibingen nach wie vor geneigt, eher für Klöster im Tschad oder in Burkina Faso Geld anzuwerben als für die Abtei St. Hildegard, die es auch gebrauchen könnte.

          Und Schwester Gisela bekam ein Gefühl dafür, dass Berufungen oft keine rein religiöse Angelegenheit sind. Die vielen Eintritte von Frauen in katholische Klöster in Vietnam etwa hätten sicher damit zu tun, dass Kirche dort als ein letzter Freiraum verstanden werde. Schwester Gisela ist Benediktinerin geworden, weil ihr diese Lebensform alles zu bieten schien, was sie suchte – vor allem eine Ordnung des Daseins. „Unser Leben ist ein geschenktes“, sagt sie. „Uns fiele vieles leichter, wenn uns das immer klar wäre.“ Als sie die Berufung in sich spürte, dachte sie, dass ein Leben im Kloster vielleicht die Möglichkeit sei, Gott etwas zurückzuschenken.

          Über dem Rhein: Der Weinanbau trägt zu den Einkünften bei.

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