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Raeburn designt für Aesop : „Wie gut können Sie denn schneidern?“

Aus Pilotenkarten: Raeburn recycelt für seine Tasche robuste Seide. Bild: Aesop

Der britische Designer Christopher Raeburn ist für Nachhaltigkeit bekannt. Für Aesop hat er eine Tasche aus alten Pilotenkarten der Royal Air Force entworfen. Und er gibt die Anleitung, wie man die selbst nähen kann.

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          „Wie gut können Sie denn schneidern“, fragt Christopher Raeburn. Und da es kein Vorstellungsgespräch ist, um in der Manufaktur des britischen Designers anzufangen, sondern ein Interview zu seiner neuesten Kollaboration mit Aesop kann man an dieser Stelle ruhig zugeben, dass die eigene Fingerfertigkeit nur bis zum Annähen eines Knopfes reicht. Raeburn bleibt optimistisch: „Alles eine Übungsfrage.“ Was er für Aesop entwickelt hat, soll nämlich zum Selbstschneidern anregen.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Der britische Designer interessiert sich seit seinem Studium am Royal College of Arts in London dafür, wie man Stoffe wiederverwenden kann. Seine ersten Kollektionen 2008 waren aus der festen Wolle ehemaliger Militärmäntel gefertigt. Für die auf 300 Stück limitierte Kollektion seiner Aesop-Tasche hat er nun Karten der Royal Air Force aus den sechziger Jahren aufgetan. „Die Navigationskarten für die Piloten waren auf Seide gedruckt, das war robuster und wasserbeständiger als Papier“, sagt der Designer, der selbst leidenschaftlicher Kartensammler ist. Und da es bei Aesop um Nachhaltigkeit geht, wählte er für die Sonderkollektion Kartenausschnitte, die etwa Borneo zeigen – „um auf die Abholzung des Regenwalds dort zu verweisen“.

          Platz für Handcreme und Desinfektionsspray

          Das Täschchen, das auch in einer nichtlimitierten günstigeren Variante aus dunkelblauer recycelter Baumwolle erhältlich ist, hat im Innern drei größere und zwei kleinere Fächer. Hier haben Handcreme und Desinfektionsspray Platz, aber auch allerlei anderer Kram, den man dringend unterwegs braucht. Eine flexible Lasche darüber verhindert, dass Fläschchen, Tuben oder die Reserve-Maske doch durch die Handtasche purzeln, außerdem lässt sich der Beutel leicht zusammenfalten und mit einem robusten Band verknoten, sodass er wenig Platz einnimmt. „Ich wollte den Menschen bei ihrer täglichen Reiseroutine helfen“, sagt Raeburn. Und deutet damit an, dass auch für ihn seit der Pandemie schon das Verlassen der Wohnung zu einem kleinen Abenteuertrip geworden ist, für den man sich entsprechend rüsten muss. Aesop liefert für den täglichen Weg zur Arbeit oder das Treffen auf Sicherheitsabstand zwei handliche Desinfektionsprodukte und eine Handcreme mit, die nach Rosmarin und Mandarinen duften.

          Platz für alles, was man in diesen Zeiten unterwegs braucht: Desinfektionsmittel und Handcreme von Aesop im Täschchen von Raeburn
          Platz für alles, was man in diesen Zeiten unterwegs braucht: Desinfektionsmittel und Handcreme von Aesop im Täschchen von Raeburn : Bild: Aesop

          Für das australische Beautylabel ist die Kollaboration ein weiterer Schritt im Programm für nachhaltigere Verpackung. Unlängst gab es im australischen Adelaide einen Probeversuch, bei dem Kunden die braunen Glasflaschen ihrer Gesichtsreinigungsprodukte wieder in die Läden zurückbringen konnten, wo die Flaschen gewaschen, desinfiziert und wiederverwendet werden. „Unsere Kunden waren ganz begeistert davon“, erzählt Kate Forbes, die bei Aesop für Entwicklung und Innovation zuständig ist. Man habe viel aus dem Experiment gelernt, das man zukünftig im größeren Maßstab anwenden will. Die Idee, dass die Kunden in diesen Prozess mit einbezogen werden, schwingt auch bei der Zusammenarbeit mit Raeburn mit: „Wir wollen unsere Kunden dazu animieren, ihre eigene, einzigartige Version der Tasche anzufertigen“, so Forbes. Dafür sollen Schnittmuster und Nähanleitung für die Tasche digital zugänglich gemacht werden.

          Bei Raeburn ist das keine Neuheit. Im Laufe der vergangenen Jahre stellte er Schnittmuster zur Verfügung, mit denen Hobbyschneider Maskottchen aus Stoffresten und alten Kleidungsstücken fertigen konnten. „Wir haben Workshops organisiert, um den Leuten das Nähen wieder beizubringen“, sagt der Designer und hält dabei einen plüschigen Stoffpanda in die Zoom-Kamera. Auf die begeisterte Nachfrage, wie schwer dieser herzustellen sei, lacht er und gibt den Rat: „Wenn Sie bislang nur Knöpfe angenäht haben, versuchen Sie es erst einmal mit dem Adventurer-Täschchen. Der Panda ist dann die nächste Stufe.“

          Das „Adventurer Roll Up“-Täschchen von Aesop&Raeburn ist ab Anfang März erhältlich und kostet inklusive zweier Handdesinfektionsprodukte und einer Handcreme 50 Euro in der Basisversion. Video und Schnittmuster sind unter aesop.com und raeburndesign.co.uk abrufbar.

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