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Vor Corona : Mein Psycho-Wochenende

Wir sollten öfter über unsere Gefühle reden. Unsere Autorin hatte ein extrem aufschlussreiches Wochenende. Bild: Jan-Hendrik Holst

Was wäre, wenn wir uns seltener verstellten und öfter ehrlich sagten, was wir fühlen? Das kann man lernen. Und es ist extrem spannend, was dann passiert. Unsere Autorin hat es 2017 ausprobiert.

          18 Min.

          Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, nehme ich manchmal Mitfahrer mit, die ich über eine Mitfahrzentrale finde. Neulich hatte ich einen Mitfahrer, der 24 und damit genau halb so alt war wie ich. Irgendwann, mitten auf der Autobahn, sagte er plötzlich total unvermittelt zu mir: „Irgendwie finde ich dich total sexy.“ Ich war so perplex, dass ich fast gegen die Leitplanke gefahren wäre.

          Katrin Hummel
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Um meine Verlegenheit zu überspielen, fragte ich ihn, warum er sich traue, so ehrlich über seine Gefühle zu sprechen. Er erzählte, er habe vor kurzem einen „Radical Honesty“-Workshop besucht. Zu Hause googelte ich das. Ich fand einige Veranstaltungen in Deutschland, die meisten zwei- oder dreitägig, aber auch eine neuntägige, in deren Verlauf, so stand es im Programm, sich die Teilnehmer nackt ausziehen und darüber reden, wie ihnen ihr Körper gefällt. Worum es inhaltlich bei diesen Trainings gehen sollte, verstand ich nicht. Es hörte sich alles total psycho an. Aber ich war neugierig geworden und meldete mich zu einem zweitägigen Workshop an – ohne Ausziehen.

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