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Visagist der jungen Stars : Einfach nur schön

Die Persönlichkeit ist Teil von Verheyns Erfolg.

In einer Branche, wo die Zusammenarbeit mit immer neuen Menschen zur Berufsbeschreibung gehöre, sagt Verheyen, schüfen sich viele Stars so etwas wie eine professionelle Familie, mit der sie gern und immer wieder arbeiteten. So, wie der Regisseur seinen Lieblingskameramann engagiere, verließen sich Schauspielerinnen heute zunehmend auf ihr persönliches kleines Team aus Visagist und Stylist - ein Ausweg aus der Oberflächlichkeit ständig wechselnder Kontakte. Auch Verheyen findet die Verbindlichkeit dieser Arbeit befriedigender als Jobs in der Modewelt. Mal abgesehen davon, dass er sich schon jetzt nicht vorstellen kann, was für Gespräche er mit Mädchen im Teenageralter führen soll, wenn er irgendwann mal fünfzig ist.

„Wäre ich unsympathisch, würde mir mein Talent auch nicht weiterhelfen“

Nun muss ein guter Visagist nicht nur sein Handwerk beherrschen, sondern auch ein sicheres Gespür für Stil und Zeitgeist mitbringen. Im Fall Philipp Verheyens ist außerdem seine Persönlichkeit Teil seines Erfolgs: „Wäre ich unsympathisch, würde mir mein Talent auch nicht weiterhelfen“, glaubt er. Der junge Mann ist einer, der überschwängliche E-Mails schreibt, hemmungslos Komplimente macht und seine Bekannten schon am Telefon mit „Hallo, mein Herz“ begrüßt. Aber nichts davon wirkt instrumentell oder aufgesetzt, im Gegenteil: Seine Zugewandtheit, sein fröhlicher Charme, die Unbedingtheit, mit der er sich der Schönheit verschrieben hat, machen einen authentischen Eindruck. Beer sagt schlicht: „Ich mag ihn. Ich fühle mich wohl.“

Viele Filmproduzenten halten den persönlichen Visagisten ihrer Stars für eine verzichtbare Investition.

Schon im Alter von neun Jahren, erzählt Verheyen, habe er zur Schere gegriffen, um den Zipfelhaaren der Nachbarskinder schöne, gerade Linien zu verpassen. „Das fanden die Eltern nicht so super, aber es sah viel besser aus“, sagt er selbstbewusst. Später dann habe er seine ältere Schwester und ihre Freundinnen frisiert, bevor sie ausgegangen seien.

Der jüngste Sohn eines Bühnendesigners und Antiquitätenhändlers und einer Fotografin ist in Holland aufgewachsen und hat in Deutschland Abitur gemacht. Direkt im Anschluss ging er, 17 Jahre alt, nach London, um dort eine Ausbildung zum Friseur zu machen. Es folgte eine Assistenz bei dem Visagisten Andreas Bernhardt, einem Urgestein der Branche. Als „Ritterschlag“ empfand Verheyen die Aufnahme in die renommierte Agentur „Ballsaal“, wo er bis vergangenes Jahr unter Vertrag war. Zugleich verschaffte ihm die Zusammenarbeit mit seinem damaligen Partner, dem Fotografen Jens Koch, prominente Kontakte, bis er schließlich bei einem Job auf Mallorca Hannah Herzsprung kennenlernte. Das war der Einstieg in sein neues Betätigungsfeld. Und der Zeitpunkt war günstig.

Makellosigkeit ist kein Geschenk des Himmels, sondern eine Illusion

Denn seit ein paar Jahren entwickelt sich in Deutschland etwas, das in Hollywood, London und Paris gang und gäbe ist. Nicht nur, dass erfolgreiche Schauspielerinnen sich vor öffentlichen Auftritten professionell beraten und unterstützen lassen, was ihr Aussehen angeht. Sie reden auch darüber. Herfurth hat vor einem Jahr in einem Interview mit dieser Zeitung offen von der Entlastung gesprochen, ihr Styling Experten anzuvertrauen. Außerdem sei es in einer Zeit, in der Bilder im Internet auf ewig verfügbar seien, nötig, wenigstens bei der Entstehung auf maximale Kontrolle zu achten, weshalb sie bei Fototerminen auf einem Visagisten bestehe. Die zehn Jahre jüngere Schüle gibt freimütig zu, sie könne sich gar nicht selbst schminken.

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