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Mit „Brustbild“ : Palina Rojinski führt perverse Kommentatoren vor

Genervt von dummen Sprüchen auf Instagram: Moderatorin Palina Rojinski Bild: EPA

Wenn eine Frau in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, bekommt sie oft ungefragt die Sex-Phantasien anderer Nutzer mitgeteilt. Palina Rojinski hat solche Kommentatoren mit einem wohl arrangierten „Dekolleté“ verspottet.

          Soziale Netzwerke fördern nicht immer das Beste im Menschen zu Tage. Wer regelmäßig auf Twitter, Instagram oder Facebook unterwegs ist, weiß das. Wie schnell Kommentatoren Anstand und Kultur vergessen, erlebt die Moderatorin Palina Rojinski regelmäßig.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Männer kommentieren unter ihren Bildern auf Instagram sexuelle Phantasien, detailverliebt ausgeschmückt von Urinieren bis Onanieren. Ja, das tun sie öffentlich und unter Klarnamen, beziehungsweise von ihrem echten Account aus. Und ja, sie tun das bei jedem Bild der Moderatorin. Egal was Rojinski trägt, man kann sich darauf verlassen, dass irgendein Mann darunter schreibt, wie er ihre Brüste findet, dass er sie unbedingt sehen will oder was er mit diesen so alles anzustellen gedenkt.

          „Füllhorn perverser Kommentare“

          Rojinskis Kollege Klaas Heufer-Umlauf war vom Ausmaß der Kommentare unter einem Urlaubsbild der Moderatorin schockiert: „So ein Füllhorn an perversen Kommentaren habe ich persönlich noch nie irgendwo gesehen.“ Mit dem Team seiner Show „Late Night Berlin“ schmiedete Rojinski einen Plan, um die Verfasser solcher herabwürdigenden Kommentare vorzuführen.

          Ein Mitarbeiter des Teams, der im Making-of-Video Bernd genannt wird, entblößte dafür sein Hinterteil. Mit Make-up, Kleidern, Schmuck und einer rothaarigen Perücke wurde es für ein professionelles Fotoshooting präpariert. Das so entstandene Bild stellte Rojinski auf ihren Instagram-Account mit der Bildunterschrift: „Endlich mal ne schöne Kette mit meinem Sternzeichen.“

          Die Kommentare waren zahllos, und gingen in die erwartbare – nämlich explizit sexuelle – Richtung. Frauen überrascht das im Übrigen kaum, denn jede, die schon einmal ein Urlaubsbild im Sommerkleid gepostet hat, kennt solche Kommentare.

          Und nicht nur die übersexualisierten Kommentatoren führte Rojinski so vor. Auch die Boulevardblätter stürzten sich auf das vermeintliche Busen-Gate. Für den „Berliner Kurier“, die „Münchner Abendzeitung“, „tz“ und das Boulevardportal „Promiflash“ war allein der Umstand, dass eine Frau Brüste hat und diese vermeintlich auf einem Instagram-Kanal zu sehen sind, einen Bericht wert. Alle ursprünglichen Artikel sind mittlerweile nur noch per Cache erreichbar, die Online-Portale haben sie gegen Berichte über die Aktion ausgetauscht.

          Der Berliner Kurier hatte dabei sogar die Nerven zu schreiben: „Die Fans bemerkten die falschen Brüste natürlich nicht und zeigten ihre Begeisterung – allerdings vergriffen sie sich dabei etwas in der Wortwahl.“ Denn bei „Palina handelt es sich NICHT um eine Porno-Darstellerin“. Heißt also, auf dem Instagram-Account einer Porno-Darstellerin sind Kommentare, die sich „in der Wortwahl vergreifen“ völlig okay? Bernds Hinterteil muss wohl noch öfter zum Einsatz kommen.

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