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Otto Waalkes im Interview :  „Der Otto ist doch relativ harmlos“

Auch seine Quitarre ist zurück aus der Quarantäne: Otto Waalkes im Juni in einem Berliner Hotel Bild: Jens Gyarmaty

Wie übersteht ein Hyperaktiver einen Lockdown, wie ein Hypochonder eine Pandemie? Und darf man heute noch über alles scherzen? Antworten von Otto Waalkes.

          7 Min.

          Otto Waalkes hätte man an diesem Juninachmittag in einem Berliner Hotel auch persönlich treffen können, um mit ihm über seinen neuen Film „Catweazle“ zu reden. Darin spielt Otto zur Abwechslung mal nicht Otto, sondern den mittelalterlichen Magier Catweazle, den es in die Gegenwart verschlägt; Vorlage ist eine britische Serie, die Anfang der 1970er Jahre auch bei uns im Fernsehen lief. Andererseits schätzt der notorisch hyperaktive Waalkes Interviews umso mehr, je kürzer sie ausfallen, und für die halbe Stunde Gesprächszeit haben wir uns die insgesamt acht Stunden Fahrzeit von Frankfurt nach Berlin und zurück einfach mal gespart. Also erleben wir Waalkes jetzt so, wie wir ihn von klein auf kennen: auf dem Bildschirm. Und weil der Komiker zwischendurch immer wieder mal Dialoge aus alten Nummern deklamiert oder ein Liedchen anstimmt, wird das Interview auch zu einer kleinen Otto-Show.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Guten Tag, Herr Waalkes . . .

          Sagen Sie Otto zu mir!

          Guten Tag, Otto. Was geht?

          Im Moment machen wir gerade ein bisschen Promotion für die große Kino-Eröffnung am 1. Juli. Mein Film „Cat­weazle“ soll da gezeigt werden! Das macht mich stolz. Ich weiß gar nicht, wie ich zu der Ehre komme: Es gibt doch James Bond, die Avengers, Tom Cruise – aber nein, sie wollen Otto sehen.

          „Nix geht“, sagt der Magier Catweazle, den Sie spielen, immer dann, wenn einer seiner Tricks versagt hat.

          „Catweazle“ ist mir gar nicht so vertraut gewesen. Ich hab die Serie in den Siebzigerjahren gesehen, aber nie mit dem Gedanken gespielt, jemals in diese Rolle schlüpfen zu müssen oder zu dürfen oder zu können. Wir waren zu weit auseinander, altersmäßig. Aber mittlerweile geht es auf. Man kauft mir diese ernst zu nehmende Rolle, habe ich das Gefühl, sogar ab.

          Catweazle sieht ein wenig so aus, als hätte Ihr Robin Hood vierzig Jahre lang den Ausgang aus dem Sherwood Forest nicht gefunden. Haben Sie sich wohlgefühlt in dem Kostüm?

          Habe ich, besonders wegen der wuchernden Haarpracht. Vor einigen Jahren war Sven Unterwaldt, der Regisseur, auf mich zugekommen, hatte mir ein Foto von Catweazle in der Badewanne gezeigt: zum Erschrecken ähnlich!

          Sie haben als Catweazle ebenfalls ein Bad genommen, allerdings gab es für Sie nur kaltes Wasser. Marlon Brando hätte sich das nicht bieten lassen.

          Na, es war ja auch nicht „Die Meuterei auf der Bounty“. Wenn der Film ein Erfolg wird, lasse ich mir aber nur noch warmes Wasser liefern. Wir hatten das im Februar gedreht, es war eiskalt. Und eine Szene wurde herausgeschnitten, aus Furcht vor Nachahmungstätern: Da versuche ich das Badewasser mit einem Föhn aufzuwärmen, mir stehen die Haare zu Berge – und ich genieße es: hoch und runter, hoch und runter . . .

          Besonders aufwendig waren anscheinend Ihre Schuhe, die aussahen wie aus dem Mittelalter, aber offenbar echtes Hightech waren.

          Wir haben im März draußen im Wald gedreht, acht, neun Stunden nonstop, ohne beheizte Schuhe hätte ich das kaum durchgehalten. Ich habe inzwischen ja auch das Wellness-Alter erreicht. (Ruft mit verstellter Stimme) Halt mir den Otto schön warm! – Ja, ist gut.

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