https://www.faz.net/-hrx-9nypt

Nikes „Plus Size“ Sportmode : Athletisch ist nicht immer dünn

  • -Aktualisiert am

Eine Plus-Size-Schaufensterpuppe, die im Nike-Flagship-Store für Sportbekleidung wirbt. Bild: dpa

Eine englische Journalistin kritisiert eine Schaufensterpuppe von Nike, weil diese in „Plus-Size“-Maßen die neue Sportbekleidung präsentierte – und trifft in den sozialen Netzwerken auf wenig Gegenliebe.

          Die gängige weibliche Schaufensterpuppe ist nicht nur weit von Durchschnittsgrößen entfernt, sie vermittelt auch ein Bild des menschlichen Körperbaus, das mindestens ungesund ist: die Rippen scheinen größtenteils zu fehlen, die Bäuche bieten wenig Platz für Organe. Dies hat auch eine in Liverpool durchgeführte Studie belegt: Forscher untersuchten 58 Schaufensterpuppen, die alle im „medizinischen Sinne als nicht gesund“ eingestuft werden würden – auch die männlichen Puppen seien „zu muskulös“. 

          Inzwischen sind mehr Schaufenstern Puppen in „Plus Size“ zu sehen, zum Beispiel bei der Modekette C&A, und auch sogenannte „Curvy Models“ verzeichnen in der Modewelt zunehmend Erfolg. Was im Zuge dieser Veränderung gerne als „Diversity“ bezeichnet wird und zu einem Verkaufsrezept in der Modebranche geworden ist, könnte auch als längst überfällige Abbildung einer pluralen Gesellschaft bezeichnet werden.

          Ob die Akzeptanz wirklich so groß für andere Körperbilder geworden ist, lässt eine neu entfachte Diskussion über „Plus Size“ Schaufensterpuppen zumindest in Frage stellen. Für eine britische Journalistin schien eine Grenze überschritten, nachdem der Nike-Flagship-Store in London seine neue Fitnessmode an einem Mannequin präsentierte, das „Plus-Size“-Maßen entspricht. Tanya Gold schrieb im „Sunday Telegraph“, die Puppe sei „immens, gewaltig, gigantisch“ und würde Fettleibigkeit bewerben. Gold wirft Nike außerdem Zynismus vor: „Sie kann nicht rennen. Eher befindet sie sich im Vordiabetes-Stadium und auf dem Weg zur künstlichen Hüfte.“

          Diese Bemerkungen wurden nicht nur als Kritik an Nike aufgenommen, sondern auch als Beleidigung gegenüber jenen Frauen, die den Maßen der Puppe entsprechen. In den sozialen Netzwerken meldeten sich zahlreiche Frauen zu Wort, die sich von Golds Kritik betroffen fühlen. Neben der pauschalen Beurteilung, dass das Körpergewicht der Puppe im wahren Leben ungesund sei, suggeriere Gold auch, dass Frauen dieses Gewichts keinen Sport betreiben können, hieß es. 

          Eine Nutzerin schrieb auf Twitter: „Ich bin eine Athletin mit den Maßen des Mannequins. Ich kann rennen. Ich war so glücklich, als meine Schule einen Vertrag mit Nike machte, weil sie Sportbekleidung haben, die ich im Gegensatz zu anderen Firmen tragen kann.“ In einem anderen Tweet wies eine Nutzerin darauf hin, dass Frauen einer ständigen Beurteilung ihres Körpers ausgesetzt seien – egal ob zu dünn oder zu dick, nie werde etwas als „gesund“ bezeichnet. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstag beim feierlichen Gelöbnis neuer Rekruten zusammen mit Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr

          Annegret Kramp-Karrenbauer : Mehr Unterstützung für die Ministerin, bitte!

          Als Parteichefin hat Kramp-Karrenbauer schwere Wahlkämpfe vor sich. Gleichzeitig will sie ihr Ministerium und die Truppe besser kennenlernen. Eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Sie verdient dabei Unterstützung – gerade aus der Bundeswehr.
          Bereits ab 14.00 Uhr könnte die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegen, dann herrscht Warnstufe 2. (Archivbild aufgenommen in Berlin)

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.
          Emanuel Buchmann (vorne) und Thibaut Pinot (Zweiter von vorne) bei der Tour de France

          Tour de France : Buchmanns Glanzstück am Tourmalet

          Bei der Fahrt auf den berüchtigten Tourmalet ist Thibaut Pinot am Schnellsten. Zweiter wird ebenfalls ein Franzose, der das Gelbe Trikot behält. Emanuel Buchmann landet nach einer starken Leistung auf Platz vier.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.