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Nick Hornby im Januar 2019 Bild: Picture-Alliance

Nick Hornby im Fragebogen : „Mein ältestes Kleidungsstück? Ein Shirt von Arsenal!“

Der britische Autor Nick Hornby spricht in unserem Fragebogen über Modesünden, seine Kochkünste und darüber, warum er statt Smalltalk nur Bigtalk macht.

          3 Min.

          Spätestens seit der Verfilmung seines Romans „About a Boy“ im Jahr 2002 mit Hugh Grant und Nicholas Hoult zählt Nick Hornby zu den bekanntesten britischen Autoren. Der Zweiundsechzigjährige, der nach seinem Anglistik-Studium in Cambridge zunächst als Englischlehrer arbeitete, war selbst zweimal für einen Oscar nominiert, für die Drehbücher zu „An Education“ und „Brooklyn“. Der Vater eines autistischen Sohns engagiert sich für die von ihm mitgegründete Organisation TreeHouse School, die sich für eine bessere schulische Betreuung autistischer Kinder einsetzt.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Meistens Haferbrei und Tee. In den Haferbrei gebe ich Ahornsirup, und wenn ich es in den Bioladen schaffe, auch Trockenfrüchte. Aber oft gehen mir die Früchte aus.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          In zwei Geschäften. Das eine heißt Albam, es befindet sich genau unter meinem Büro. Das andere, Universal Work, ist nur eine U-Bahn-Station entfernt. In den beiden Läden kaufe ich, was mir gefällt. Woanders schaue ich erst gar nicht nach Kleidung.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Ja, aber nicht mehr so stark wie früher einmal, weil heute alles digital ist. Ich bekomme immer gute Laune, wenn ich Musik oder Bücher kaufe, aber leider sind die Zeiten vorbei, als ich einfach eine Einkaufsstraße entlang gehen und beides im Übermaß finden konnte.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Wahrscheinlich ein Shirt, das mir Anders Limpar vom Fußballklub FC Arsenal vor 20 Jahren gab.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Da ich meine eigene Modeikone bin, kann ich keine Modesünden begehen.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Nach einem Bad am späten Abend schon. Aber es sind schöne Jogginghosen.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Nein.

          Haben Sie schon einmal ein Kleidungs- oder ein Möbelstück selbst gemacht?

          Haha.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Ich bin 62 und habe eine Familie. Was glauben Sie denn?

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Vergangenes Jahr habe ich für einen Freund ein Beef Stew mit Pflaumen und Guinness zubereitet. Das hat ihn umgehauen. Er wollte nicht glauben, dass ich es gekocht habe. Er dachte, ich mache einen Witz.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Ich lese täglich „The Guardian“, wöchentlich „The Economist“ und alle zwei Wochen die Satirezeitschrift „Private Eye“.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Nichts Aufregendes, BBC und „New York Times“. Außerdem bin ich auf Fanseiten des FC Arsenal unterwegs. Und wenn mir der nächste Satz beim Schreiben nicht einfällt, löse ich gerne ein Quiz, über Fußball, Bücher oder Kino. Das National Public Radio hat zudem eine sehr gute Musikabteilung.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Das ist so lange her, ich kann mich nicht erinnern.

          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

          Das beste Buch, das ich jemals gelesen habe, ist „David Copperfield“ von Charles Dickens. Oder wahrscheinlich ist es eher so: Charles Dickens ist für mich der größte Autor, und „David Copperfield“ ist mir das liebste Buch von ihm.

          Ihr Lieblingsvorname?

          Lowell, Jesse, Danny. Die Namen meiner Kinder.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Mein absoluter Lieblingsfilm ist „Sullivans Reisen“ von Preston Sturges. Unter den neuen Filmen gefällt mir „Les Misérables“, der überhaupt nichts mit Victor Hugos Buch zu tun hat. Der Film hat mich einfach umgehauen, seine Energie, seine Handlung, seine Schauspieler. Ein filmisches Meisterwerk!

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich fahre nicht mehr Auto. Ich bin ein furchtbarer Autofahrer, und in London braucht man sowieso kein Auto.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Eine Uhr trage ich nicht mehr. Mein Sohn, der Autist ist, ist besessen von Uhren. Er hat ständig versucht, meine Uhr vom Handgelenk zu lösen, das hat mich genervt.

          Tragen Sie Schmuck?

          Schmuck natürlich nicht. Nur manchmal eine Halskette, ich habe zwei davon.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Als Parfum benutze ich einen Vanilleduft, keine Ahnung, von wem der ist. Ich bin kein Markenfetischist.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Grillen und anderen Leuten Bücher empfehlen.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Die Musik von Daryl Hall und John Oates. Vielleicht ist es auch keine echte Schwäche, sondern nur ein großes Vergnügen.

          Wie kann man Ihnen eine Freude machen?

          Mit einem Lakritzkonfekt. Oder indem man nett zu meinen Kindern ist.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Smalltalk gibt es bei mir nicht, nur Bigtalk: Fußball, Musik, Fernsehen.

          Sind Sie abergläubisch?

          Nur so lange es funktioniert.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          Meinen schönsten Urlaub verbringe ich jedes Jahr am selben Ort. Ich fahre mit meiner Familie und mit Freunden und deren Kindern in ein wunderschönes großes Haus an der englischen Küste. Das ist Tradition seit zehn Jahren.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          In einem wunderschönen großen Haus an der englischen Küste mit Freunden und deren Kindern.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Wollen Sie mir etwa unterstellen, dass ich nichts zu Abend esse und ein Alkoholiker bin?

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